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niger Zeit . . Und nun kommen Sie plötzlich und ver⸗ urtheilen mich zum Sterben; das iſt, Sie werden es zu⸗ geben, ſehr wenig freundlich; doch geſtehen Sie, wenn man die verſchiedenen Todesarten in Betracht zieht, ſo fehlt es der unſren weder an Originalität, noch an Größe? Dieſes in der Wolke verborgene Grab! dieſes Leichen⸗ tuch von unbeflecktem Schnee, von einer Weiße, welche nicht minder keuſch, als die Bahrtücher, mit denen man den Sarg der Jungfrauen ſchmückt. (Sie lacht) Es wird mir nichts fehlen, als der Todtenkranz von Orangenblü⸗ then! . . Im Ernſte geſprochen, dieſer Tod iſt nicht gemein, er iſt poetiſch er iſt groß. er gefällt mir . . . Doch ſagen Sie mir? das iſt ſeltſam .. fühlen Sie auch, wie ich.. je mehr die Kälte zunimmt, eine Art von unüberwindlichem Hang zum Schlafe? .
Seit einigen Secunden erſchweren ſich meine Augenlider
unwillkührlich. . . Robert.
Die Kälte erzeugt auf der Spitze der hohen Berge immer einen lethargiſchen Schlaf .. den Vorläufer des Todes .. Ich fühle allmälig auch meine Augen ſchwer werden . ..
Der Schnee fährt fort in großen Flocken unter dem Rebel zu fallen; er ſteigt ſchon bis an die Kniee von Robert und der Marquiſe d'Alfi; Beide ſitzen auf einem Felsblock; die Kälte wird immer eiſiger und eindringen⸗ der, der Wind hat völlig aufgehört. Eine unheimliche Stille herrſcht auf dieſem einſamen Gipfel, der auf allen Seiten in Wolken gehüllt iſt.
Die Marquiſe d'Alfi, welche nach und nach ei⸗
nen unüberwindlichen Schlaf ſich ihrer bemächtigen fühlt, ſteht un⸗ geſtüm auf.
Nein ich will nicht ſchlafen! ich werde nicht ſchla⸗ fen ich werde bis zum Ende den letzten Schimmer meines Verſtandes bewahren. 5


