173
Julian! habe ich Alles geſagt. Sie haben begriffen, Sie haben ſich entfärbt. Sie kennen nun das Lvos, das Ihrer harrt . . . Befehlen Sie Ihre Seele Gott .. hoffen Sie nicht, mich zu erweichen.
Die Marquiſe d'Al fi.
Ich! Sie zu erweichen ſuchen! Ich! zittern vor Ihnen! Schauen Sie mir doch ins Geſicht Leſen Sie in meinen Zügen eine feige Angſt2 Sollte Ihnen Julian nicht geſagt haben, was für eine Frau ich bin?
Robert.
Sie ſind ein Ungeheuer der Verderbniß und der Grauſamkeit 1.
Die Marquiſe dAlfi.
Aus Beſcheidenheit vermöchte ich nicht mit Ihnen hierüber zu ſtreiten; doch mein Charakter, ſehen Sie, iſt ſo feſt geſtählt, ich habe eine ſolche Verachtung der Gefahr, ich gefalle mir ſo ſehr darin, der Drohung und dem Schrecken Trotz zu bieten, daß ich, wäre es mir ein Wort ſprechend, ein einziges Wort, möglich, Ihren Haß zu entwaffnen und in Mitleid zu verwandeln, dieſes Wort nicht ſagen würde . nein, weil es unter ſolchen Umſtänden eine Feigheit wäre. (Die Marquiſe zündet eine an.) Ein ſolches Weib, mein lieber Herr, bin ich.
Der Nebel verdoppelt ſeine Intenfität; von allen Seiten in Wolken gehüllt, können Robert und die Mar⸗ quiſe nicht einmal die Umriſſe der ſchmalen Plattform, auf der ſie ſich befinden, erſchauen. Die Windſtöße neh⸗ men an Heftigkeit ab, die Atmoſphäre wird eiskalt, ein dichter Schnee fängt an zu fallen.
Robert.
Was Sie auch ſagen mögen, ſo weit Sie auch die Hoffart des Laſters, die Prahlerei des Verbrechens treiben, Sie werden in meinen Augen nie etwas An⸗


