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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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dieſem ſchändlichen Leben alt geworden . . Sie fan⸗ den darin Ihr Glück! Die Thränen, das Blut der Menſchen, welche für Sie ſtarben oder durch Sie das Leben verloren, verkitteten dieſes Glück! Was iſt daran gelegen! Laſter, Frechheit, Strafloſigkeit, dieſe drei Worte faßten bis heute Ihr Leben zuſammen! Stumm iſt das Gefetz vor dieſen eleganten Mördern, wo der Henker, einen Strauß in der Hand, mit dem Blicke foltert und mit dem Gelächter tödtet ... Doch ich ſage Ihnen, der Tag der Sühne iſt gekommen Wir Beide ſind allein hier, ſieben bis achttauſend Fuß über der Wohnſtätte der Menſchen; ſogleich werden wir in den Wolken verloren ſein; ſehen Sie . . ſchon bedeckt ſich der Weſten mit Dünſten; ſie nähern ſich mit der Ge⸗ ſchwindigkeit des Orkans; der Wind wird eiskalt . . . Binnen Kurzem wird uns der Schnee als Leichentuch dienen. . .

Weit entfernt, ihren Führer zu unterbrechen, iſt die Marquiſe dAlfi vielmehr mit einer keuchenden Reugierde an ſeinen Lippen hängen geblieben und hat es ver⸗ ſucht, zu ahnen, was der Zweck oder der Ausgang die⸗ ſes furchtbaren Geſpräches ſein könnte; ſchon bemächti⸗ gen ſich große finſtere Wolken, von einem heftigen Winde gejagt, almälig gegen Nordoſten des kaum noch ſo rei⸗ nen Horizonts und ſcheinen ſich bald wie Wellen am Fuße des Lehnſtuhls brechen zu müſſen, denn über die⸗ ſem erhabenen Gipfel iſt der Himmel immer blau, die Sonne immer ſtrahlend.

Nach einem ziemlich langen Stillſchweigen fühlt die Marguiſe ihren, einen Augenblick niedergeſchlagenen Muth wiedererwachen; ihr Stolz empört ſich bei dem Gedan⸗ ken, ſie ſcheine der Furcht nachzugeben; ſie ſteht auf und ſpricht, die Stirne hoch erhebend, ein ſpöttiſches Lächeln um die Lippen, zu Robert, der, ſeinen Ellenbogen auf ſeinen Schooß, ſeine Stirne auf ſeine Hand ſtützend, ſitzen bleibt: