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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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und von ſeiner Baſe zu ſeinem Gipfel aufſteigend, durch⸗ furchte dieſen Felſen eine längliche Spalte, tief gegraben durch die Waſſer, welche ſeit Jahrhunderten bei großem Regen oder beim Schmelzen des Schnees dieſes enge eingeſchloſſene Bett aushöhlten, in das ſie ſenkrecht hinab fielen.

Dieſe beinahe ſchnurgerade ausgehöhlte Kluft nannte man, wie es Robert der Marquiſe geſagt hatte, den Ka⸗ min; ſie bot ſtellenweiſe einige Felſenvorſprünge oder einige Aushöhlungen, mit deren Hülfe man ſich, indem man ſich mit den Füßen und den Händen anklammerte, indem man ſich der Schultern und der Kniee bediente, wie ein Schorn⸗ ſteinfeger, der in einer engen Röhre emporklettert, bis zu einer Höhe von ſechzig Fuß erheben konnte; hier fand ſich die innere Erweiterung eines Ausſchnittes, welcher urſprünglich in zwei unregelmäßige Theile die Firſte des Lehnſtuhls trennte; ſpäter verſperrte ein Fels⸗ block, der ſich von der Hauptmaſſe losmachte und in die Kluft rellte, dieſe halbz da ihn die innere Verengung ihrer Wände in ſeinem Sturze hemmte, ſo bildete er, ſo feſtgehalten, eine Art von ſehr ſchmaler Brücke gegen die Mitte des ſeeren Raumes des Ausſchnittes geworfen, wo⸗ hin der Kamin mündete. Nachdem man dieſe über Ab⸗ gründe geworfene Brücke überſchritten, dieſe Brücke, welche man den Stein nennt, mußte man eine letzte, beinahe ſenkrechte Abdachung erklettern, und man gelangte endlich auf die Spitze des Lehnſtuhls.

„Sie ſehen, Madame,“ ſagte Robert, „nicht ohne Mühe können wir die Ruhe verdienen, die wir da oben genießen werden, wenn uns der Muth und die Kräfte nicht im Stiche laſſen.“

„Vorwärts!“ rief unerſchrocken Cornelia; und den Lehnſtuhl mit einem Blicke der Herausforderung meſſend, ſagte ſie zu ſich ſelbſt; „Sogleich, ſtolzer Berg, werde ich, auf deinem Gipfel ſtehend, dich mit meiner Höhe be⸗ herrſchen!“