148
tigen Abſtürzen hin, und unwillkürlich könnte Ihnen ſchwindelig werden . . . Sehen Sie . wir müſſen zuerſt da oben ankommen,“ ſagte Robert.
Und er bezeichnete der Marquiſe d'Alfi durch eine Geberde einen zweiten Berg, der auf die Hauptmaſſe, da, wo die Wieſen aufhörten, gepfropft zu ſein ſchien; das war eine Aufthürmung von über einander geſetzten Felsbänken, welche keine andere Erſteigungsmittel bo⸗ ten, als tiefe Spalten oder ſchmale Steinkränze; kein Fußpfad war gebahnt, keiner ließ ſich bahnen durch die⸗ ſes troſtloſe Chaos; einige braune Morſe, einige bleiche Flechten oder kleine Steinbrechen mit weißen matten Blüthen wuchſen allein zwiſchen den ſteinigen Krümmungen; man mußte dieſe Stufen von Fels zu Fels erſteigen, die Orte wählen, wo man mit Sicherheit den Fuß auf⸗ ſetzen oder ſich mit den Händen anklammern konnte, und oft hingen dieſe gefährlichen Paſſagen über Abgründen von einer unberechenbaren Tiefe.
Unerſchrocken ihrem Führer folgend, der ebenſo viel Gewandtheit, Stärke, Klugheit und kaltes Blut als Sorgſamkeit entwickelte, ſchritt die Margqniſe d'Alfi mit ſeiner Hülfe ohne Unfall auf dieſen Abdachungen hin: mußte man längs einem Abſturze gehen, deſſen Leere der Marquiſe einen Schwindel verurſachen konnte, ſo trat Robert auf die Seite, ſtellte ſich wie eine ſteinerne Statue zwiſchen ſie und den Abſturz und bot ſeiner Ge⸗ fährtin den Beiſtand ſeiner kräftigen Fauſt, oder ſeinen Stock an einen Felſen ſtützend, improviſirte er auch eine Art von ſchützendem Geländer; verſperrte eine breite; Spalte den Weg, ſo reichte Robert, in der Stellung des Coloſſes von Rhodus, mit einem Fuß auf jedem der Ränder der gähnenden Oeffnung, ſeine Hand Cornelia, und mit ſeiner Hülfe überſchritt dieſe leicht und geſchmeidig das Hinderniß; wurde der immer jähere und über eine Schlucht vorragende Abhang doppelt gefährlich in Folge der Kieſelſteine, mit denen er beſät war, ſo bot


