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phes. Plötzlich machte ſie ein entferntes Geränſch, von dem ſie ſich keine Rechenſchaft geben konnte, beben; es war ein Anfangs leichtes, ſilbernes Klingen, herbeige⸗ führt durch die Nachtluft; darauf bildeten hellere, gedehn⸗ tere Klänge, abwechſelnd ernſt, klar oder ſcharf, die ſich dem erſten Vibriren anſchloßen, ein reizend originelles! Geläute, bald lebhaft ſchallend, bald langſam, unterbro⸗ chen durch lange Stillen, auf welche ſtellenweiſe ein paar vereinzelte Töne folgten . . . Man hätte glauben ſollen, man höre eine Menge von luftigen Glöckchen von ei⸗ ner verſchiedenartigen Tonica klingen oder nach dem launenhaften Hauche des Windes ſchweigen.
„Was für ein Geräuſch iſt das?“ fragte die Mar⸗ quiſe lebhaft Robert, indem ſie ſich ihm näherte; „es gibt an dieſem öden Orte weder Kirche, noch Kapelle, und man hört doch in der Ferne den Klang der Glocken.“
„Das ſind die Kühe, welche dort oben aus den Hütten weggehen, weil die Nacht bald endigen wird; beinahe alle tragen am Halſe ein Glöckchen von ver⸗
ſchiedener Größe . Dieſes Geläute kommt bis zu uns, Madame. . . Es muß nun vier Uhr ſein.“
„Wie ſehr liebe ich dieſe ländliche Harmonie,“ ſagte Cornelia, indem ſie abermals auf das entfernte Ge⸗ läute hörte; „nie hat eine Opern⸗ oder Salonmuſik einen ſo ſanften Eindruck auf mich hervorgebracht . . . Und daun der Duft dieſer aromatiſchen Wieſen, die Heiter⸗ keit dieſer ſchönen, wie der Tag glänzenden Nacht . . . Alles entzückt mich! Alles berauſcht mich! . . . Oh! ich will oft hierher zurückkehren . . .
„Madame, ich befürchte, haben Sie einmal den Berg erſtiegen, ſo wird es Sie nicht gelüſten, ein zwei⸗ tes Mal anzufangen,“ verſetzte Robert mit einem bittern Lächeln. „Das iſt ſo ermüdend; Sie find noch nicht da oben! der Weg bis hierher iſt, obgleich ſchwierig, eine Gartenallee gegen das, was unſerer harrt, wenn


