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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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„Ruhen wir alſo aus!“ verſetzte ungeduldig Corne⸗ lia, „obſchon ich der Ruhe durchaus nicht bedarf.“

Und ſie zog aus ihrem Paletot ein goldenes Etui, das ihre Cigaretten enthielt, zündete ſich eine an und ſetzte ſich ein paar Schritte von ihrem Führer ebenfalls auf das Gras, obgleich ſie, wie ſie ſagte, durchaus keine Müdigkeit empfand; dieſe energiſche, nervige Organiſa⸗ tion, bei der der Geiſt in dieſem Momente die Materie unterjochte, ſollte erſt ſpäter die nothwendige Reaction des Phyſiſchen auf das Moraliſche fühlen; doch in die⸗ ſem Augenblick aufrecht gehalten durch ihre wachſende Begeiſterung für die großartigen Alpengemälde, hatte ſie nur ein Gefühl, nur einen Willen: unter ihren Füßen den Gipfel der Tournette treten und mit einem Blicke Lyon, Genf und die Rhone unfaſſen.

Während Robert, in ſeine geheimen ſchwarzen Ge⸗ danken verſunken, ſeine Stirne in ſeinen Händen ver⸗ bergend, auf dem Graſe ſaß, betrachtete die Marquiſe d'Alfi, dem Winde den leichten Rauch ihrer Cigarre zu⸗ ſendend, den ungeheuren, ſchon vor ihren Augen entblöß⸗ ten Horizont; die Berge, welche die Tournette beherrſcht, erhoben tauſend Fuß unter ihr ihre bläulichen Gipfel, hier halb in den Schatten getaucht, dort das ſilberne Licht des Mondes wiederſcheinend, und zeichneten ſich am Azur des Horizonts; nur der Parmelan und der Semenoz, welche die Höhe der Tournette nicht erdrückte, behielten noch ihre majeſtätiſchen Verhältniſſe. Cornelia ſah auch in einer ungeheuren Tiefe den Annecy-See wie eine Metallplatte funkeln; jenſeits des Abhanges der Weiden häuften ſich endlich ungeheure Stufen von kahlen, gebor⸗ ſtenen Felſen, umgeben von Abſtürzen auf, über denen die auf allen Seiten ſenkrechte Maſſe des Lehnſtuhls emporragte.

In zwei Stunden .. werde ich dort ſein,“ ſagte die Margquiſe dAlfi mit einem Ausdrucke des Trium⸗ Fornelia d'Afi. 10