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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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mer gemildert haben. Ich bitte alſo, behaltet dieſen Ring als Andenken von mir.“ Und er nahm die Hand von Fanchette und ſteckte ihr an den Finger den Ring, den ſie in ihrer Traurigkeit anzuſchauen vergaß; dann fügte er bei, indem er aus ſeiner Taſche ein ziemlich ſchweres, ſorgfältig in Papier gewickeltes Päckchen zog: „Ich bitte Euch, mein Kind, auch dieſes als Andenken von mir zu behalten und bis übermorgen früh zu warten, um das Papier zu öffnen; Ihr werdet darin ein paar Zeilen von meiner Hand finden, die Euch von dem unterrichten, was ich mir von Euch erbitte.“

Fanchette, die ſich wenig darum bekümmerte, den Inhalt des Päckchens kennen zu lernen, nahm es ma⸗ ſchinenmäßig in ihre Hand und ſagte dann weinend zu Robert:

„Heute Nacht wollt Ihr abreiſen? Das iſt das letzte Mal, daß ich Euch ſehe, mit Euch ſpreche?“

„Ich reiſe heute Nacht, ehe der Mond aufgeht, ab; lebet wohl, Fanchette! Hätte ich einen Sohn gehabt, ſo wäre es mein Wunſch geweſen, er hätte im Leben eine Gefährtin wie Euch gefunden; Gott befohlen, mein Kind; laßt mich Euch auf die Stirne küſſen, ehe wir uns für immer trennen.“

Fanchette neigte ihren Kopf auf ihren Buſen, auf den ihre Thränen rollten, und bot voll Unſchuld ihre Stirne Robert; er drückte einen väterlichen Kuß darauf, während das Mädchen mit erſtickter Stimme zu ihm ſagte: „Auf denn, da es ſein muß . . . Gott befohlen! lebet wohl!“

Tief erſchüttert, entfernte ſich Robert raſch, doch nach einigen Schritten wandte er ſich um, um Fanchette ein letztes Lebewohl zuzuwinken; er ſah, wie ſie, ihm mit dem Blicke folgend, daſtand, mitten unter den drei klei⸗ nen Kindern, welche um ſie gruppirt ihr die Hände küß⸗ ten und ſie nach der Urſache ihrer Thränen zu fragen ſchienen.