Druckschrift 
Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

137

etwas brachte, was ihr am Abend bei Eurer Rückkehr finden ſolltet; und dann „. ich weiß nicht was, ſagt mir, um ſo allein zu leben, müſſet Ihr einen Kum⸗ mer haben, und man wird anhänglich an diejenigen, welche Kummer haben, weil ſie zu beklagen ſind.“

„Ihr irrt Euch nicht, Fanchette, ich habe einen grau⸗ ſamen Kümmer!“

„Werdet Ihr anderswo weniger darunter leiden, als hier ? . . Warum geht Ihr denn?“

„Ich hoffe, daß ich dort . . . wohin ich gehe .. den Kummer nicht mehr kennen werde.“

„Das iſt etwas Anderes; dann habt Ihr Recht, wenn Ihr abreiſt . .. doch es iſt ſehr Schade . . Ihr braucht nicht hier in der Nähe zu ſein, um mich daran zu mahnen, daß ich ohne Euch todt wäre: aber ich werde Euch nicht mehr zeigen können, daß ich mich der Hülfe, die Ihr mir geleiſtet, erinnere, und das machte mich immer ſo zuftieden. Bedenkt doch! wenn ich geſtor⸗ ben wäre, was wäre aus meiner Mutter geworden, die beinahe nicht mehr auf das Feld gehen kann? und aus dieſen lieben kleinen Waiſen? und aus ihm, der ſo viel gearbeitet hat, damit wir uns früher heirathen können? Seht, wie viel Leute in Gram und Noth verſetzt wor⸗ den wären, hättet Ibr es nicht verhindert, daß ich auf dem Wege nach Chavoire umkam! Und nun reiſt Ihr ab Ah! das iſt traurig! Rein, das iſt nicht traurig, weil Ihr da, wohin Ihr geht, wie Ihr ſagt, keinen Kummer mehr haben werdet; mir aber wird immer das Herz ſchwer werden, wenn ich, auf die Felder gehend, da oben das Haus von Rouſſean ſehe.“

Und mit der umgekehrten Hand wiſchte ſich Fan⸗ chette die Thränen ab, welche auf ihre runden, ſonnge⸗ bräunten Wangen rollten.

„Es gibt wenig Herzen, welche beſſer als das Eu⸗ rige, mein Kind,“ erwiederte Robert gerührt; „ich ver⸗ danke Euch die einzigen Tröſtungen, die meinen Kum⸗