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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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meinen Gefühlen für die Marquiſe dAlfi; ich ahnete in⸗ deſſen unbeſtimmt eine Gefahr. Mitten unter meinen Verlegenheiten kam mir der Gedanke „ Ihnen Al⸗ les anzuvertrauen; doch ich hatte eine ſolche Ehrfurcht gegen Sie, daß ich zauderte; ich war vielleicht im Be⸗ griffe, meiner guten Eingebung zu folgen, als eine ſtrenge Bemerkung von Ihrer Seite über meine Zerſtrentheit, die Ihnen nicht entgehen konnte, mein Geſtändniß auf meinen Lippen zurückhielt.

„An dieſem Abend ſetzten Sie mich von Ihrer nahe bevorſtehenden Abreiſe nach Genf in Kenntniß. Ihre Abweſenheit unter dieſen Umſtänden, das ſchwöre ich Ihnen, mein Vater, erſchreckte mich Anfangs. . . Ich ſah mich allein, ohne Rath, ohne Stütze, in dem Augen⸗ blick, wo ich es ohne Zweifel nöthig hätte, durch die Wach⸗ ſamkeit Ihrer väterlichen Gewalt beſchirmt zu werden; auf dieſe erſte Bewegung, ich verberge es Ihnen nicht, folgte die Freude, daß ich nicht mehr vor Ihnen zu er⸗ röthen, zu zittern, zu ſchweigen hatte, in Betreff eines Geheimniſſes, das mein Mangel an Offenherzigkeit oder an Muth Ihnen zu enthüllen mich verhinderte.

„Am Tage Ihrer Abreiſe riefen Sie mich in Ihr Zimmer; Ihre Ermahunngen über meine Pflichten wäh⸗ rend Ihrer Abweſenheit waren ernſt, ſtreng, wie Ihr Abſchied; bis zu dieſem Augenblicke hatte ich Sie nie verlaſſen: ich warf mich in Thränen zerfließend in Ihre Arme, ich konnte mich nicht von Ihnen losmachen; meine Gemüthsbewegung ergriff auch Sie, Sie preßten mich ſtark an Ihre Bruſt und ſagten mit einem Tone voll von Zärtlichkeit und Hingebung, den ich nie in Ihrer Stimme bemerkt hatte:

„Liebes. liebes Kind hetrübe Dich nicht

„O mein Vater! dieſe Wörte, ihr Ausdruck, die Thränen, die Ihre Augen füllten, Ihre Umarmung, dieſes Duzen, welches Sie das erſte Mal in meinem