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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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kam, empfing ſie mich auf das Freundlichſte, trotz meines niedrigen Standes; ich war ebenſo erſtaunt über ihre Güte, als gerührt von ihrem Wohlwollen. Sie wohnte mit einem von ihren Freunden, dem Herrn Grafen Chriſtian, einem Bruder für ſie, wie mir Beide ſpäter ſagten, zuſammen; er zeigte ſich auch gleich von Anfang an gegen mich von einer beinahe liebevollen Herzlichkeit; auf die Verwunderung, die bei mir dieſer unerwartete Empfang zur Folge hatte, antwortete der Herr Graf, er gebe immer ſeinen ſympathiſchen oder antipathiſchen Eindrücken nach, und obgleich er mich nicht kenne, fühle er doch ein Intereſſe für mich; ich glaubte ihm; in wel⸗ cher Abſicht hätte er mich täuſchen ſollen?

„Die außerordentliche Schönheit der Frau Marquiſe d'Alfi brachte, ich muß es geſtehen, mein Vater, einen tiefen Eindruck auf mich hervor; in meiner Unruhe hörte ich nichts, ſah ich nichts, konnte ich kaum ein paar Worte ſtammeln; die Frau Marquiſe hatte Mitleid mit meiner Verlegenheit, und ihre Nachſicht, die Sanftheit ihrer Stimme und ihres Blickes verdoppelten meine Verwir⸗ rung; die Dringlichkeit, mit der ſie und der Herr Graf Chriſtiun mich aufforderten, ſie häufig zu beſuchen, damit wir uns von den Intereſſen uuterhalten könn⸗ ten, mit denen mich mein Patron beauſtragen würde, verdrehten mir vollends den Kopf, als ich, vom Herrn Grafen bis auf die Freitreppe begleitet, wegging und in den Wagen ſtieg, der mich auf Befehl dieſer Dame nach Lyon zurückführen ſollte, hielt ich mich auch für das Spielzeng eines Traumes; ich fragte mich, unter welchem Titel ein armer Notarsſchreiber eine ſolche Auszeichnung erhalten habe.

„Am Abend, da ich mit Ihnen ſpeiſte, mein Vater, war ich befangen, und zugleich glücklich und gepeinigt; mein Herz ſchnürte ſich zuſammen, mein Abenteuer am Morgen ſchten mir unerklärlich, beinahe beunruhigend; ich hatte Luſt, zu weinen und gab mir noch nicht Rechenſchaft von