52
gen! Das Blut! oh! das Blut! . Und ſie haben doch Dich getödtet, mein armes Kind; und den Mör⸗ der, der nur einmal getödtet hat, tödtet man auch . . . Und ſie haben Dich tauſend Tode erdulden laſſen! Das Geſetz beſtraft dieſe lachenden, eitlen, wohlriechenden Mörder nicht! Ich werde ſie beſtrafen, dieſe Henker! Gott wirft Euch auf meinen Weg . . . und nun werde ich Euer Henker ſein! Doch bis dahin ſoll ich mich verſtellen! ich ſoll den Abſchen überwinden, den mir die⸗ ſes Ungeheuer einflößt? . . . Das iſt unmöglich! un⸗ möglich? Oh! elender Vater! feiger Vater! Du weinſt! . Du kannſt nur weinen und Deinen Schmerz . . . betäubſt Du noch, indem Du den Schwin⸗ del an den Abgründen ſuchſt, oder indem Du Dich ab⸗ matteſt, um die Vergeſſenheit im Schlafe zu finden. Doch Dein Sohn? Dein Sohn? ſein Leib liegt unbe⸗ graben in irgend einem Schlunde der Rhone! Dieſer Mann und dieſe Frau, die den Unglücklichen zum Selbſt⸗ morde angetrieben haben, Gott ſchickt ſie Dir und das Blut macht Dir bange . . . Wohl denn! nein, kein Blut! Warum Blut? Haben Sie nicht mein Kind ge⸗ tödtet, ohne es bluten zu laſſen? Ruhe . . wir wol⸗ len vernünftig überlegen . . . Dieſe Frau iſt hier . .. unter meiner Hand! Sie erwartet ihren Mitſchuldigen! Sie kennen mich nicht: ſie werden mir nicht mißtrauen; ſie wollen im Gebirge umherwandern . ich werde ſie führen . . . oh! ich weiß wohl, wohin . . Ich werde ſie führen! . . . Dort werde ich allein mit Beiden zwi⸗ ſchen dem Himmel und dem Abgrunde ſein!! Eine Be⸗ wegung .. . und vom Felſen herab ſehe ich ihre zwei Körper im Raume kreiſeln . . Ha! ha! ha!“ fügte Robert mit einem krampfhaften, wahnſinnigen Gelächter bei; „er iſt ſo tief, dieſer Abgrund, den ich kenne, daß, ehe ſie ſich darin zerſchmettern, ihre ins Unabſehbare ge⸗ ſchleuderten Leiber mir kaum von der Größe eines neu⸗ geborenen Kindes zu ſein ſcheinen werden. Ja, ja, ſo


