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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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Sie ſind jung, reich, ſchön, und bei Allem dem Witwe, das heißt frei! Die Welt liegt zu Ibren Füßen! Sobald Sie in einen Salon eintreten, verlaſſen alle Frauen mit dem Blicke ihre Anbeter und ſogar . . ihre Männer nicht mehr! Es gibt keinen Mann, den Sie nicht wahn⸗ ſinnig verliebt machen können, und wenn er dies iſt, ſo behandeln Sie ihn als Königin dem Sklaven gegenüber! Dieſer arme Herr Graf ſoll die Prinzeſſin Drſino tyranniſirt haben, und vor Ihnen zittert er, de⸗ müthig, furchtſam, daß man Mitleid bekommt, er, der immer ſo anmaßend, ſo hoffärtig! er, bei dem die rei⸗ zendſten, vornehmſten Damen nach einem Blicke haſchten! Sie haben ihn bezaubert; wenn er hier wäre, würden Sie ihn, glaube ich, mit einer Geberde an das Ende der Welt ſchicken! Sprechen Sie ein Wort, und Sie werden ihn, trotz der ernſten Intereſſen, die ihn noch in Florenz zurückhalten, herbeieilen ſehen! Kurz, gnädige Frau, worüber betrüben Sie ſich, da es kein Hinderniß für Ihren Willen gibt?“

„Du täuſcheſt Dich . . . es gibt eines,“ erwiederte abermals ſeufzend Cornelia, welche mit einer zerſtreuten Miene ihrer Kammerfrau zugehört hatte. „Es gibt ei⸗ nes an dem ſich mein Wille bricht.“

„Und welches iſt dieſes Hinderniß, gnädige Frau?“

„Ein Grab!“

„Wie 7 ein Grab . . .“ verſetzte Fauſtine er⸗ ſtaunt. „Ich bitte, erklären Sie ſich, gnädige Frau.“

„Schweige doch! es iſt genug,“ ſagte ungeſtüm die Marquiſe. Und ſie verſank wieder in ihre Träume⸗ reien, welche die Kammerfrau nicht zu unterbrechen wagte.

Die Marquiſe ſaß lange nachdenkend, mit geſenk⸗ tem Kopfe da; plötzlich richtete ſie ſich auf und ſprach:

„Ich werde wahnſinnig, wenn ich ſo ganze Tage in der Trägheit mit dieſem Gedanken bleibe, der mich ver⸗