Robert hatte ſeit dem Abenteuer bei der Schlucht nur einmal Fanchette auf den hohen Weiden der Vernet⸗ Wieſen wieder getroffen. Als er eines Abends durch das Dorf Chavoire bei Einbruch der Nacht ging, ſah er ſie abermals; das dürftige Haus, das ſie mit ihrer Mutter, welche eine Witwe, und mit drei Waiſen, die eine nahe Verwandte hinterlaſſen hatte, bewohnte, lag unfern vom Dorfe, beſchattet durch einen rieſigen Nußbaum; eine Weinrebe bedeckte mit ihrem Grün die verfallenen Wände und kroch bis zu den moosbedeckten Ziegeln hin⸗ auf; ein wie die Piroguen der indianiſchen Völker aus⸗ gehöhlter Baumſtamm diente, vor der Thüre ſtehend, als Behälter für kryſtallhelles Waſſer; Fanchette kam vom Gebirge und löſchte ſich den Durſt nach der länd⸗ lichen Sitte aus dem Troge mittelſt einer langen, halb unter der Erde verborgenen hölzernen Rinne.
Fanchette ſetzte ſodann neben den hohlen Banm⸗ ſtamm eine große weiße Bütte, und hier badete ſie unter ſchallendem Gelächter und fröhlichen Scherzen in einer durchſichtigen Welle, erwärmt dnrch die ſich darin bre⸗ chende Sonne, die drei Kinder ihrer verſtorbenen Ver⸗ wandten, alle ſo hübſch, ſo weiß, ſo roſig, daß es rei⸗ zend war, ſie im klaren Waſſer ſpielen und plätſchern zu ſehen, während Fanchette heiter wie zu ihrem Zickel⸗ chen, die ein paar Schritte entfernt von ihr hüpften und ſprangen, zu ihnen ſagte:
„Ah! die kleinen Narren . . . . die kleinen Nar⸗ ven Gerührt von der mütterlichen Fürſorge, welche das Mädchen ſeinen Kindern angedeihen ließ, blieb Robert ſtehen und ſagte zu ihr:


