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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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eine tiefe Schlucht floſſen und von da in Cascaden von einer Höhe von zweihundert Fuß hinabfielen.

Der beinahe ſenkrechte Abſturz fand ſich nur ein paar Schritte unter dem Bette, wo das Mädchen ging; ſtatt fortwährend auf dieſem erſchrecklich jähen Abhange niederzuſteigen und ſich ſo zu dem Präcipiß zu wenden, hemmte ſie auch ihren Gang, um zu ihrer Rechten den querlaufenden Fußpfad, auf welchem Robert ſtehen ge⸗ blieben, einzuſchlagen.

Plötzlich ſpringen die Zickelchen munter hinter der jungen Perſon, wollen ihr voraneilen, ſtoßen ſie heftig und verwickeln ſich in ihren Beinen; ſie verliert das Gleichgewicht, die Kieſelſteine rollen unter ihren Füßen, ein falſcher Tritt treibt ſie vorwärts, ſie läßt ihr Bündel los und dieſes fällt in die Schlucht, in die ſie ſich, außer Stande, auf dem beinahe ſenkrechten Abhange anzuhalten, ſelbſt gezogen fühlt.

Robert, der das arme Kind für verloren hält, gibt

einen Schreckensſchrei von ſich, eilt von dem Fußpfade,

auf welchem er ſteht, vor, klammert ſich an einem Fels⸗ vorſprunge an und wirft ſich in der Schlucht auf die Kniee, in der Hoffnung, ſo ein Hinderniß gegen den Sturz des durch eine unwiderſtehliche Gewalt fortge⸗ riſſenen Mädchens zu bilden. Es gelingt Robert; ſein zwiſchen das Präcipiß und ſie geſtellter Körper hält die junge Perſon plötzlich auf; ſie ſtolpert, erhebt ſich wieder und ſteigt mit Hülfe einiger Zweige des Gebüſches, wel⸗ ches das Bett begränzt, hinauf und erreicht den quer⸗ lanfenden Fußpfad; hier ſteht ſie nun mit pochendem Buſen, richtet unter dem Kamme ihre blonden Flech⸗ ten zurecht, an denen noch einige Blumen hingen, und ſagt naiv zu Robert:

„Ich danke! ich danke! Zum Glück werde ich mein Bündel unten am Felſen wieder finden.“ Dann, ohne daß ihr regelmäßiges, ſanftes, leicht durch die Aufregung geröthetes Geſicht die Angſt vor dem Tode verrieth, den