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Fenſter ohne Scheiben und Rahmen erleuchteten dieſes Zimmer, von wo aus man mit dem Blicke den Annecy⸗ See und ſeine Ufer umfaßte.
Der Reiſende dachte ziemlich lang nach, nachdem er dieſe Ruinen, in denen er die Nacht zuzubringen ſich ent⸗ ſchloß, unterſucht hatte; er legte ſeinen Ranzen neben ſich, zog ein Stück Brod daraus, machte eine Kürbisflaſche los, die an ſeinem Halſe hing, ſetzte ſich auf den Rand von einem der Fenſter und begann ſein frugales Mahl, wäh⸗ rend er die bewunderungswürdige Landſchaft, die wir zu ſchildern verſucht, betrachtete.
Es kam die Nacht, der Mond ging ſtrahlend hinter dem Gipfel des Veyrier⸗Berges auf und warf eine leuch⸗ tende Furche auf den dunkeln Spiegel des Sees, wo ſich die Sterne wie Tauſende von Goldflittern reflectirten; es ſchlug in der Ferne zwölf Uhr in der Pfarrkirche von Annech, und der Fremde, der noch auf dem Rande des Fenſters ſaß, blieb in ſeine Gedanken verſunken; aber. bebend bei dem ſchwermüthigen, gedehnten Klange der Uhr, ſeufzte er, ſtand auf, legte beſchienen vom Monde, der
ſein Licht nun durch die Fenſter der zuvor von Finſterniß er⸗
füllten Stube warf, ſeinen Ranzen an die Wand, ſtreckte ſich auf dem Boden aus, wie der Soldat im Bivonac, ſtützte ſeinen Kopf auf ſeinen Reiſeſack, ſchloß in der Hoff⸗ nung, den Schlaf zu finden, die Augen und murmelte mit erſtickter Stimme:
Oh! mein Sohn . . mein Julian! mein armes Kind!“
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Drei Monate waren vergangen, ſeitdem der Reiſende zum erſten Male die Nacht im Hauſe von Rouſſeau, das nun, trotz ſeiner Zerfallenheit, ſein regelmäßiges Aſyl ge⸗ worden, zugebracht hatte.
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