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herrſchen. Es ſind hier nur Wiesgründe, Culturen, hun⸗ dertjährige Schatten, von Fels zu Fels ſpringende Bäche; die Geſichtspunkte vermehren ſich ins Unendliche, je wei⸗ ter man die ſanften Krümmungen einer breiten Straße hinaufſteigt, welche ſo ſorgfältig unterhalten iſt, daß man im Wagen bis auf das oberſte Plateau gelangen kann; dann hat man unter ſich die Tiefe dieſes Thales, eines wahren Oceans von Grün, und es entrollt ſich in der Ferne ein herrliches Panorama.
Ueber dem letzten Plateau des Sainte⸗Catherine⸗ Thales fangen die Abhänge vom Semenoz, einem der Culminationspunkte der Alpenkette, an; ein Tannenwald bedeckt beinahe gänzlich ſeine Seiten, und den Sommer hindurch weiden mehr als tanſend Stücke Rindvieh auf den ungeheuren Prairien, auf welche die Alpenflora ihr duftendes, buntſcheckiges Körbchen ausgeſchüttet hat.
Die Abhänge des Semenoz und der mit ihm ver⸗ bundenen Berge, welche zu dem, nicht minder als der Golf von Neapel durchſichtigen und blauen, See hinab⸗ laufen, ſind mit einem Hochwalde von Kaſtanienbäumen bepflanzt, der eine Länge von mehr als zwei Meilen hat (er erſtreckt ſich von der Puya bis jenſeits Sevrier); dieſe ſammetartige Wieſen beſchattenden, rieſigen Kaſtanien⸗ bäume würden dem Maler eine Menge von Modellen von einer mächtigen und kühnen Originalität bieten; die einen haben einen ſolchen Umfang, daß vier Männer nicht ihren geborſtenen, unterſetzten Stamm mit den bizarr geformten Stümpfen umfaſſen würden, aus welchen Stüm⸗ pfen wie rieſige Kerzen Schößlinge hervorwachſen, deren glänzende, atlaßartige Rinde und zartes Blätterwerk ſelt⸗ ſam mit der ſchwarzen knorrigen Hülle des alten, oft wie ein Tau gedrehten Stammes contraſtiren; andere Stämme, welche bis zur Hälfte ihrer ungeheuren, mit Moos be⸗ deckten und ſo, daß man, wenn man ſich bückte, durchgehen könnte, in Gewölben ſich erhebenden Wurzeln von Erde ent⸗ blößt ſind, gleichen Felſen, dergeſtalt haben ſie ſich mit Beu⸗


