15 welche je den Schafſtall des Herrn mit ihrem Geſtanke
erfüllt hatten.“ Wir werden hier, und zwar aus Grün⸗
den, das ſeltſame Abenteuer mit dem Mohren, einem andern abſcheulichen Katechumenen, nicht mittheilen, der dem armen Jean Jacques Rouſſeau eine ſo große Angſt einflößte, trotz der Erklärungen des Abbé, der Director des Hauſes war. Dieſer fromme Mann, dem eine lange Erfahrung in Betreff deſſen, was Royſſeau erſchreckte, zur Seite ſtand, verſuchte es, den Neubekehrten zu trö⸗ ſten, indem er ihn verſicherte, er erſchrecke wahrhaftig über eine Kleinigkeit.
Nach ſeinem Abfalle kam Jean Jacques zu Fran von Warens zurück. Führen wir noch ein paar Zeilen von ſeinem nnſterblichen Werke an: wir werden darin die
Phyſiognomie des kleinen Hauſes in Annech und die ſei⸗
ner Bewohner finden.
„„Armer Kleiner, Du biſt nun alſo wieder hier,““ ſprach Frau von Warens, als ſie mich erblickte; „ich wußte wohl, Du ſeiſt zu jung für dieſe Reiſe.“ Dann wandte ſie ſich an ihre Kammerfrau und ſagte zu ihr: „„Man mag reden, was man will, da ihn mir die Vor⸗ ſehung wieder ſchickt, ſo bin ich entſchloſſen, ihn nicht zu verlaſſen „. Nun warſich alſo bei ihr einquartiert; ſie bewohnte ein altes Haus, das groß genug, um eine ſchöne Reſerveſtube zu haben, aus der ſie ihr Prunkzimmer machte, und die man nun mir einräumte. Dieſes Zimmer lag an dem von mir erwähnten Gange, wo un⸗ ſer erſtes Zuſammentreffen ſtattfand. Jenſeits des Baches und der Gärten erblickte man das Länd Schon am
erſten Tage bildete ſich die ſüßeſte Vertraulichkeit unter
uns; Kleiner war mein Name, Mama der ihrige. Ich brachte meine Zeit auf das Allerangenehmſte zu, wäh⸗ rend ich mich mit Dingen beſchäftigte, die mir durchaus nicht gefielen. Ich hatte Denkwürdigkeiten ins Reine zu
bringen, Entwürfe zu redigiren, Recepte abzuſchreiben,
Kräuter auszuleſen, Drognen zu zerſtoßen, Deſtillirkolben
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