Geheimniß unſerer Gebieterin eingeweiht biſt, wie wird
das endigen? denn ſogleich nach der Trauung . . . 64
Fauſtine, hört eine Uhr ſchlagen.
Ritternacht! geſchwinde, geſchwinde, ich kehre zu meiner Dame zurück; ſie erwartet mich, ich ſoll ihr ihre Marguiſenkrone auf das Haupt ſetzen .. . Mein Gott! wie ſchön iſt ſie in ihrem großen Hofgewande! ich war geblendet! Ich geſtehe auch, man darf ſich nicht wundern, daß dieſer einfältige Rotarsſchreiber von ihr bezaubert worden iſt!
Pietro.
Nie durfte Venedig, die Vaterſtadt unſerer Gebie⸗
terin, auf ein ſo bewunderungswürdiges Geſchöpf ſtolz
ſein! . . . Ich, ich ſchaue die Frau Marquiſe ſo
gern an, nur um das Vergnügen zu haben, ſie anzu⸗
ſchauen! Fauſtine.
Verlaſſen wir dieſen Salon, Pietro; die Livreedie⸗ nerſchaft iſt unter einem Vorwande nach Lyon geſchickt worden; Ambroſio, Du und ich ſind allein in das Ge⸗ heimniß der Komödie eingeweibt, und der Herr Graf iſt der einzige Zeuge der Vermählung von Herrn Julian. .. was ſage ich? des Herrn Herzogs della Torre Alba. (Sie lacht.)
2 Pietro.
Der Ritter vom goldenen Vließe mit einem gelben Mantel! ha! ha! ha!
GPietro und Fanſtine gehen lachend durch zwei verſchie⸗ dene Thüren ab; wenige Augewſicte nachher treten Julian und der Graf Chriſtian ein: dieſer iſt groß, ſein Wuchs iſt geſchmeidig und elegant; doch ſein vollkommen ſchönes Geſicht hat keinen andern Ausdruck, als den einer frechen Geckenhaf⸗ tigkeit; er trägt mit einer cavalieren Leichtigkeit
ein reiches Hofkleid. Inlian iſt achtzehn Jahr alt;


