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und ſagte mit leiſer Stimme zu ihm:
„Alles ſcheint verzweifelt . . . Oeffnen Sie den Brief Ihres armen Vaters. Alles wird wieder gut ge⸗ macht werden Die Freude wird auf das Leid fol⸗ gen, wie das ſchöne Wetter auf den Sturm. Leſen Sie geſchwinde.“
Und ehe Charles Zeit gehabt hatte, ihm zu ant⸗ worten, zog ſich der Corſe nach der Gallerie zurück, wo er halb verborgen unter einem der entfalteten Thür⸗ vorhänge blieb. Charles gab einer äußerſten Hoffnung nach, trat an einen Spiegeltiſch, worauf Kerzen brann⸗ ten, zog aus ſeiner Taſche den letzten Brief ſeines Va⸗ ters und las ihn.
Der Major kam zurück; er lief auf den General zu, welcher dergeſtalt vernichtet war, daß er, mit den Ellbogen auf den Tiſch geſtützt, ſeinen Kopf in ſeinen Händen, ſchluchzte, ohne es zu wagen, die Augen zu ſeiner Frau und zu ſeiner Tochter aufzuſchlagen.
„Mein Freund,“ ſprach der Major mit ernſtem Ton, „Gott hat geſtraft; er wird nun vielleicht mit ſo viel Qualen Mitleid haben . es bleiben Dir Deine Frau, Deine Tochter und der redliche Mann, den Du ihr zum Gatten gewählt; ſie kennen nun Deine Ju⸗ gendverirrungen, aber ſie wiſſen auch durch das Glück, das ſie Dir verdanken, daß Du dieſe Verirrungen ge⸗ ſühnt haſt. Muth alſo, das Herz einer Gattin und das einer Tochter enthalten Schätze unerſchöpflicher
thüren, in deren Nähe ſich der junge Mann hielt, ein
Zärtlichkeit; dieſe edlen Herzen werden Deine Zuflucht⸗
ſtätte ſein. Komm, Freund, ſie find da, ſie erwar⸗
ten Dich.“
„Nein,“ erwiederte von Scham und Schmerz nie⸗ dergebeugt der Unglückliche, der ſein Geſicht beſtändig verbarg „nein, ich wage es nicht, ſie müſſen mich verabſcheuen.“
„Frau Grafin,“ ſagte der Major, auf die Frau
Die Kinder der Liebe. 323


