Druckschrift 
Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

341

berde an Louiſa wandte, „das bedeutet, daß ich Ihnen, da Sie mein Mitleid durch eine ſolche Undankbarkeit

belohnen, auf der Stelle mein Haus zu verlaſſen be⸗ fehle, verſtehen Sie, Louiſe Beaulieu

„Ich heiße nicht Louiſe Beaulieu, Madame,“ ent⸗ gegnete die junge Frau; und ſie erhob ſich unverſöhn⸗ lich, ſchrecklich, zog aus ihrer Taſche einige Papiere und übergab ſie dem General mit den Worten: „Hier iſt der Beweis, daß ich Louiſa heiße und die Tochter von Paula Marchetti bin.“

„Großer Gott!“ rief der General niedergeſchlagen, während Louiſa die Stimme noch mehr erhob und der Gräfin zurief:

„Was ſprechen Sie vom Weggehen, Madame! ich bin hier bei meinem Vater, hören Sie!. ja, beim

General Roland, meinem Vater!“

Die Gräfin wich ein paar Schritte zurück und ſchaute ihren Mann an, ohne ein Wort finden zu kön⸗ nen, ebenſo wenig als Bellecour, der nicht minder be⸗ ſtürzt war.

„Meine Mutter, was ſagt dieſe Frau?“ fragte He⸗ lene erbleichend. „Ich habe Furcht, ohl ich habe Furcht! „

„Ich ſage, meine Schweſter,“ erwiederte Louiſa die Hand des erſchrockenen Mädchens ergreifend, „ich ſage, meine Schweſter, daß dies hier mein Vater und der Deinige iſt. Ja, dieſer Menſch, den Du vor Scham niedergeſchmettert fiehſt, der die Augen nicht gegen mich aufzuſchlagen wagt! dieſer ſchändliche Menſch hat ein armes Mädchen verführt, entehrt, verlaſſen! Die Un⸗ glückliche iſt vor Verzweiflung geſtorben und ich, ihr Kind, bin, mit dreizehn Jahren verkauft, bis zur Gau⸗ nerei, bis zum Diebſtahl gelangt! ja, meine Schwe⸗ ſter. und dann eines Tags habe ich in meiner eifer⸗ ſüchtigen Wuth meinem letzten Liebhaber ein paar Meſſerſtiche gegeben.“

Bei dieſer gräßlichen Offenbarung trat eine Todes⸗

—