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das Mädchen, bemerkte Charles Bellecour die Verle⸗ genheit des Generals, die immer traurigere und eiſi⸗ gere Miene der Gräfin, das kecke Benehmen dieſer Unbekannten, trotz ihrer mehr als zweideutigen Stellung; und er fragte ſich mit zunehmender Angſt, ob die Vor⸗ herſehungen von Pietri in Betreff widriger Vorfälle nicht in Erfüllung zu gehen anfangen, und ob er nicht bald daran denken müſſe, den letzten Brief ſeines Va⸗ ters, nach dem Rathe des Corſen, zu öffnen.
Louiſa Marchetti beurtheilte mit einem ſichern
Blick, ſie würde einige Momente die Lage der Dinge
beherrſchen; ſie ſagte auch mit innigem Ton zu der Gräfin:
„Wollen Sie mir glauben, Frau Gräfin, nicht einzig und allein um das Vergnügen zu haben, einem prächtigen Feſte beizuwohnen, erlaubte ich mir, bei Ihnen zu erſcheinen, ohne eingeladen zu ſein. Ich gehorche einem ernſteren Beweggrunde, ich möchte ſagen einer Pflicht.“
„Ich verſtehe Sie nicht,“ erwiederte trocken die Gräfin. „Ich weiß nicht, welche Pflicht Sie hierher rufen kann.“
„Eine allen edlen Herzen theure Pflicht: die Dankbarkeit, denn Sie ſind mein guter Engel geweſen.“
„Madame,“ rief die Gräfin, erſtaunt über dieſe Frechheit, die ihr nicht den geringſten Zweifel mehr über die Identität von Louiſe Beaulien laſſen konnte, „bedenken Sie wohl, was Sie ſagen!“
„Ich bedenke, Frau Gräfin, und ich bin glücklich, ich bin ſtolz, Ihre unerſchöpfliche Güte laut verkündi⸗ gen zu können 4
„Madame,“ unterbrach die Gräfin, die ſich kaum mehr bewältigen konnte, Louiſa Marchetti, „wenn ich mich nicht irre, müßten Sie im Gegentheil ſehr leiſe von dem ſprechen, was ich für Sie gethan haben kann.“
„Oh! allerdings,“ antwortete Louiſa mit einem liebenswürdigen Lächeln, „Ihre Beſcheidenheit würde


