Ehre zu haben, Ihnen vorgeſtellt zu werden. Herr von Montglas, ihr Gatte, hat in der That mit mir gedient, und bei einem Geſuch um Penſion, welches die Frau Baronin einreichte, bat ſie mich um meinen Bei⸗ ſtand, im Namen meiner früheren Verbindung mit Herrn von Montglas.“
„Darf ich nun hoffen,“ ſagte Louiſa mit ihrem einſchmeichelndſten, ſüßeſten Ton, „darf ich hoffen, daß Sie meinen indisereten Schritt gütigſt entſchuldigen werden?“
Die Gräfin antwortete durch eine eiskalte, ſtolze Halbbegrüßung. Zum erſten Male zweifelte ſie an der Treue ihres Gatten, deſſen wachſende Unruhe ſeit der Ankunft dieſer jungen Frau von ſeltener Schönheit ſie bemerkte. Und überdies, je mehr ſie die Stimme von Louiſa hörte, je mehr ſie ihre Züge forſchend be⸗ trachtete, deſto mehr fühlte fie ſich bewogen, entſchieden in der angeblichen Baronin ihre Schutzbefohlene von Saint⸗Lazare zu erkennen. Aber konnte die Gräfin dieſe Offenbarung vor ihrer Tochter gerade in dem Augenblick machen, wo der General dieſe Frau gleich⸗ ſam in ſeinen Schutz genommen hatte? in dem Angen⸗ blick, wo die Gäſte kommen ſollten? Welches Aufſe⸗ hen! welcher Scandal! Doch in ihrem Salon eine Eingeſperrte vom vorhergehenden Tag aufnehmen und an der Seite ihrer Tochter ſehen. . eine wegen Mord⸗ verſuchs Verurtheilte, allerdings Begnadigte, aber den⸗ noch Verurtheilte? es ergriff die Gräfin der Schwindel!
Mit der Reinheit ihres Alters ſah Helene in Loniſa nur eine reizende, ſehr elegante junge Frau von voll⸗
kommenen Manieren, allerdings eine zugleich indiserete
Frau; doch der Wunſch, einem ſchönen Feſte beizuwoh⸗ nen, konnte ſo viele Dinge vergeſſen machen! Und dann, und das war Alles für Helene, begünſtigte nicht ihr Vater die Baronin von Montglas?
Obgleich innerlich von den Ermahnungen von Pietri in Anſpruch genommen, aber heliſehender als
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