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ganz andere Phyſiognomie verliehen hatte. Sie ließ ſich in der That nicht mehr erkennen in ihrem eleganten Kleide von ſtrohgelbem Atlaß, worüber eine Tunique von weißem Tüll, und mit ihren herrlichen ſchwarzen Haaren, welche nur einfach mit ſilberbefranſten Band⸗ ſchleifen von ſtrohgelben Atlaß, wie ihr Kleid, geſchmückt waren.
Die Gräfin überredete ſich alſo Anfangs, ein un⸗ begreiflicher Zufall habe ihrem Schützling von Saint⸗ Lazere eine auffallende Aehnlichkeit mit der unbekannten Baronin gegeben, deren eleganter Gang und anmuthige Ungezwungenheit, als ſie die Gallerie durchſchritt, üb⸗ rigens eine vollendete Weltdame verkündigten.
Der General folgte ſeiner Frau und ſeiner Tochter und erkannte bald mit einer unausſprechlichen Gemüths⸗ bewegung dieſe angebliche Witwe von einem ſeiner Waffengefährten, dieſe verführeriſche Frau, welche auf ſein reiferes Alter einen ſo lebhaften Eindruck gemacht hatte, dem er aber widerſtanden, in ſeinem lobenswer⸗ then Entſchluß unterſtützt durch die weiſen Rathſchläge des Major Maurice, des Vertrauten bei dieſer ſtraf⸗ baren Willensäußerung. Doch der Major kannte Louiſa nicht. Als er eine ſehr elegante junge Frau an ſich in den Warteſaal vorübergehen ſah, hatte er ſie auch für eine von den zu dem Feſte eingeladenen Perſonen halten müſſen.
Louiſa war zu gewandt, um nicht von vorne herein, vamit ſie geduldet würde, ihr altes Verhältniß zum General anzurufen; ſie brachte ihn dadurch vor den Au⸗ gen ſeiner Frau und ſeiner Tochter in eine ſehr pein⸗ liche Stellung und ſicherte ſich einen Verbündeten. Nachdem ſie ſich vor der Gräfin voll Anmuth und Würde verneigt hatte, ſagte ſie auch lächelnd:
„Frau Gräfin, ich wüßte in der That nicht, wie
ich meine ſeltſame Indiscretion entſchuldigen ſollte, müßte nicht der liebe General,“ und ſie bezeichnete ihn mit einem vertraulichen Blick, „müßte nicht der liebe
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