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Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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eile in mein Cabinet hinauf, komme auf der Stelle wieder herab und bringe Dir zehn tauſend Franken, Elender.“

„Das iſt herrlich! der alte Satan Pietri hat mir gut gerathen,“ ſagte Delmare bei Seite.

„Iſt das nicht genug?“ fuhr der Graf, das Still⸗ ſchweigen ſeines Sohnes als eine Weigerung deutend, fort; „ich verdopple die Summe! das iſt Alles, was ich hier habe. In ein paar Minuten bringe ich Dir zwanzig Bankbillets. Brauchſt Du mehr? Begib Dich morgen zum Major Maurice; Du kennſt ſeine Wohnung.. ich gebe Dir noch mehr; ich werde eine Penſion bei⸗ fügen. Doch verlaſſe dieſen Salon; tritt in dieſes Zimmer ein, bleibe darin bis am Ende des Feſtes ver⸗ borgen; ich werde dann kommen und Dich von hier weggehen laſſen, und die Hölle befreie mich auf immer von Deiner abſcheulichen Gegenwart, Schändlicher, der Du auf die Scham ſpekulirſt, die ein Vater darüber empfinden muß, daß er Dich zum Sohne hat.“

Bei dieſen Worten bebte Delmare; er ſtand auf und warf voll Wuth ſeinen Hut zu ſeinen Füßen. Zu⸗ vor frech und höhniſch, wurde ſeine Phyſiognomie dü⸗ ſter; ein bitteres, ſchmerzliches Lächeln zog ſeine Lippen zuſammen, und er rief:

„Ich bin ſehr, ſehr tief gefallen! . .. ſo tief, daß ich hieher kam, um Geld von Ihnen zu fordern. Ich weiß nicht, was in mir vorgeht, doch . . behalten Sie Ihr Geld, und ich habe wenigſtens das Recht, Ihnen zu ſagen, daß der Schändlichere von uns Beiden nicht ich bin. Hören Sie wohl? Nein, ich bin es nicht! der Schändlichere iſt derjenige, welcher ſo den Sohn einer Frau empfängt, die er verführt hat, und die vor Verzweiflung geſtorben iſt. Der Schändlichere iſt

derjenige, welcher, wenn er ſeinen Sohn nach zwanzig

Jahren des Elends und der Verlaſſenheit wiederſieht, zu ihm ſagt: „Da, nimm Gold und befreie mich von Deiner verabſcheuten Gegenwart!““

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