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Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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305 ſollte dieſem alten Diener mißtrauen! Nein, nein! Ich brauche mir keine chimäriſche Beſorgniſſe zu ſchaffen, die Wirklichkeit iſt bedrohlich genug.“

Der Major Maurice war immer nachdenkenber ge⸗ worden, ſeitdem ihm der General mitgetheilt hatte, welches Intereſſe Pietri an Bellecour nahm; ein uner⸗ klärliches Mißtrauen, das indeſſen nichts motivirte, ſchnürte dem Major das Herz zuſammen. Er erwie⸗ derte auch:

„Du haſt Recht, dies Alles iſt bedrohlich, mein Freund, Ich will nichts verſchlimmern, weit ent⸗ fernt! ich hoffe, die gehäſſigen Pläne von Herrn von Bourgueil zu vereiteln, welche es auch ſein mögen. Was Delmare betrifft, ſo glaube ich und befürchte ich zugleich, daß es leicht ſein wird, ſich ſeiner für den Augenblick mit Geld zu entledigen.“

„Was hätte ich dann zu befürchten?“

„Heute wirſt Du geſchützt ſein, gut! Doch morgen, doch die Zukunft? Wenn Deine Tochter nicht das wäre, was ſie iſt, eine Empfindſame, welche brechen würde bei jedem auf Dein Leben, auf Dich geworfenen Schimpf, auf Dich, den ſie bis jetzt ebenſo ſehr angebetet, als verehrt hat, indem ſie in ihrem Vater das Ideal von Allem ſah, was zurt, edelmüthig, groß und von Jedem geachtet iſt .„

„Maurice, vollende nicht! Die Reinheit dieſer engeliſchen Seele, ihre Unwiſſenheit in den ſchlim⸗ men Leidenſchaften, denen ich mit ſo vielen Anderen unterlegen bin, iſt ſo groß, daß die geringſte Ent⸗ täuſchung in Beziehung auf mich ein gräßlicher Schlag für ſie wäre.“

„Ich glaube es. ja, ein furchtbarer, gräßlicher Schlag! Wohl denn! willſt Du in dieſer Vorausſicht, in dieſer Furcht, meinen Rath befolgen?“

„Kannſt Du daran zweifeln ?“

„Dieſer Rath wird Dir wahnſinnig vorkommen⸗“

Die Kinder der Liebe, 20