Druckschrift 
Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

304

„Ja.“

„Dieſem guten alten Menſchen, der mir ſeit dreißig Jahren dient? Ah! Maurice, Du denkſt nicht daran.“

„Ich ſpreche nie leichtſinnig.“

„Pietri mißtrauen? Du! Du! der Du im vertrau⸗ teſten Umgang mit uns lebſt; Du, der Du hundertmal Beweiſe von der bewunderungswürdigen Ergebenheit dieſes Mannes nicht nur für mich, ſondern auch für meine Familie gehabt haſt! Ah! mein armer Maurice, Du biſt verrückt!“

„Möchte ich mich täuſchen!.. Uebrigens geſtehe ich Dir, daß ich mir dieſes Mißtrauen beinahe zum Vorwurf mache.“

„Du kannſt, Du mußt es Dir ganz zum Vorwurf machen. An der Ergebenheit von Pietri für mich und die Meinigen zweifeln! Ah! Maurice! .. Maurice1..“

„Es iſt wahr, man thut das Böſe nicht um des Böſen willen; dieſer Verrath, wenn er beſtände, müßte eine Urſache haben; bis jetzt habe ich ſie noch nicht ergründet. Wie dem ſein mag, ich habe Pietri, mit Recht oder mit Unrecht, mißtraut. Geſtern Abend gegen halb neun Uhr kehrte ich nach Deinem Hauſe zurück; ich ſah Pietri herauskommen. Irgend einem Inſtincte der Neugierde und des Mißtrauens gehorchend, folgte ich ihm von fern, indem ich mein Geſicht in mei⸗ nem Mantel verbarg; er wandte ſich nach der Rue de Rivoli. Ein junger Menſch ſtieß zu ihm...“

„Dieſer Delmare, ohne Zweifel?“

„Ja. Beide gingen vor mir her. Ich folgte ih⸗ nen, Dein Name wurde ausgeſprochen, der von Ma⸗ dame Delmare auch. Endlich trafen die Worte an mein Ohr: Im Ganzeniſtes mein Väter, undich muß wohl„ Den Reſt des Satzes hörte ich nicht, denn ich ging aus Vorſicht ziemlich weit von ihnen ent⸗ fernt, und ſchlüpfte dahin und dorthin, um nicht be⸗ merkt zu werden, wenn Pietri und der junge Mann umkehrten.“