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Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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geliebt zu werden . . . . denn ich bin im Stande ge⸗ weſen, ſie zu ſchätzen . . . . als ich erfuhr, wie ſehr Sie Ihre Tochter lieben, welche Ihrer Anbetung eben ſo würdig. Ja, indem ich Sie ſeit ſo vielen Jahren ſo ſchöne Eigenſchaften des Herzens entwickeln ſah, ent⸗ ſchuldigte ich die auf eine edle Weiſe geſühnten Ver⸗ gehungen Ihrer Jugend. Zuweilen machte ich mir ſogar meinen Fehltritt minder bitter zum Vorwurf und ſagte mir: Ich habe mich wenigſtens nicht ſo weit erniedrigt, entwürdigt, daß ich einen Mann ohne Herz liebte!. . Dieſes Herz hat ſchwach für mich geſchlagen, die ich über eine ſtrafbare Liebe zu errothen hatte. Doch es hat ſich zartfühlend, ergeben für die vorwurfsfreie Frau ge⸗ zeigt, welche oh! die Glückliche 11 . ihre

Liebe vor den Menſchen und vor Gott geſtehen konnte!

Vielleicht hätten Sie mich geliebt wie ſie, würde mich das Schickſal Ihre Frau zu ſein beſtimmt haben.“

„Oh! ich vermöchte Ihnen nie auszudrücken, wel⸗ ches Glück ich empfinde, indem ich Sie ſo von meiner Frau und meiner Tochter ſprechen höre! Sie reden von meinem Ruhm! Mein wahrer Ruhm iſt, Ihre Achtung wiedererlangt zu haben. Wenn in ſeiner Unſchuld Ihr Kind „unſer Kind . den Namen eines Va⸗ ters, den es nie kennen lernen ſoll, ausſprechen wird, ſo werden Sie dieſen Namen wenigſtens nicht ver⸗ fluchen!“

Die Gemüthsbewegung des Generals und von Frau von Bourgueil hatte den höchſten Grad erreicht; plötz⸗ lich fuhr dieſe mit ihren Händen über die Stirne, als wäre ſie aus einem Traume erwacht, bebte und rief:

„Aber wir ſind Wahnſinnige! Wozu nützen dieſe eiteln Worte, dieſe eiteln Thränen? Morgen vielleicht werden Ihre Tochter, Ihre Frau, die Sie lie⸗ ben, ſowie Sie wie ich, Opfer eines gräßlichen Aerger⸗ niſſes ſein.“

„Mein Gott! mein Gott! Es iſt nur zu wahr! Was läßt ſich thun?“

Die Kinder der Liebe. ¹9