Druckschrift 
Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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„Ich danke Dir für Dein Anerbieten, mein Freund, sbe

„Es gibt keine aber . . . Du wohnſt hier.“

„Ich würde Dich beläſtigen.“

„Keines Wegs. Ein kleiner Pavillon, beſtehend aus drei Zimmern, ſtößt an dieſes Haus an; er iſt unbe⸗ wohnt; Du wirſt dort ganz allein ſein wie ein Wolf. Da ſich Dein Geſchmack nicht verändert hat, ſo kannſt Du nach Deinem Behagen philoſophiren und träumen.“

„Ich ſage Dir, mein Freund, Du haſt nicht ohne Abſicht dieſe ziemlich vereinzelte Wohnung gewählt; Du biſt immer ein vorzugsweiſer Don Juan, meine Gegenwart hier würde ich weiß nicht wie viele Lieb⸗ ſchaften zurückſchrecken. . . wenn ich nach den reizenden Sträußen, die man Dir zu Deinem Namensfeſt hieher geſchickt hat, urtheile,“ fügte Maurice lächelnd bei, in⸗ dem er auf die auf dem Tiſche des Salon aufgeſtellten Blumen und Sträuße deutete; „Undankbarer!. . und Du haſt ihnen noch nicht einmal einen Blick geſchenkt, dieſen Blumen dieſen Briefen?“

„Iſt es an Dir, mich darüber zu tadeln? an Dir, der Du mich ſie vergeſſen machſt? Ah! Maurice, die Liebe wechſelt, geht vorüber, vergißt ſich; die Freund⸗ ſchaft allein iſt ewig . . .“

„Dann, da Du meine Freundſchaft immer wieder zu finden ſicher biſt, öffne wenigſtens dieſe armen Briefe, welche hier in ihrem Umſchlag ungeduldig darauf war⸗ ten, daß Du ſie lieſeſt . ..

„Ah! bei Gott! ich könnte zum Voraus ſagen, was ſie enthalten,“ erwiederte der Oberſt Roland, während er gleichgültig die Briefe vom Tiſch nahm, „ſo wie meine Antwort ebenfalls meinen Correſpondentinnen zum Vor⸗ aus bekannt iſt.“

„Warum dann ſich ſchreiben ?2“

„Warum?“ verſetzte der Obexſt, indem er die Briefe entſiegelte und las, während er zuglelch mit ſei⸗ nem Freunde ſprach, „um ſich Rendez⸗vous zu geben,