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„Nein, Herr Major, die Geſundheit des Oberſten iſt vortrefflich; er iſt nie heiterer, aufgeräumter geweſen; ich verſichere Sie auch, daß er ſeine Zeit nicht verliert. Und Sie ſehen ſogar, daß er ſie ziemlich gut anwendet,“ fügte Pietri lachend bei, indem er auf die auf dem Tiſche ausgebreiteten Blumen und Sträuße deutete.
„Das ſind in der That reizende Blumen; doch ich begreife nicht recht 4 „Es iſt heute das Namensfeſt des Herrn Oberſten, und es ſcheint, es gibt viele dem heiligen Adalbert in Andacht ergebene Perſonen. Das iſt ein Heiliger, der ſehr viel Zulauf hat.“
„Der Oberſt iſt alſo immer derſelbe?“ verſetzte der Major mit einem ſchwermüthigen Lächeln, „immer der Mann der Liebesabenteuer.“
„Ah! Herr Major, ich, der ich das von Nahem ſehe, denn mein Herr hat alles Vertrauen zu mir, ich frage mich beſtändig, wie er es macht, um ſich auszu⸗ kennen und nicht unter ſo vielen Intriguen in Verwir⸗ rung zu gerathen, um ſich nicht in der Adreſſe zu täu⸗ ſchen und einen Namen ſtatt eines andern zu ſagen. .. Denn es ſindet wirklich eine Confuſion, eine Ueberhäu⸗ fung ſtatt... Doch keineswegs, der Oberſt begeht nie einen Irrthum; er ſagt das ſei ganz einfach, denn bei ſeinem Regiment habe er ſich auch nie im Namen ſei⸗ ner Huſaren geirrt.“
„Ich ſehe, daß ſich Adalbert nicht geändert hat ... er iſt nur der Unbeſtändigkeit treu.“
„Was wollen Sie, Herr Major, mein Herr gehört nicht ſich. er iſt nicht ſelbſtſüchtig .. . er iſt ebenſo verſchwenderiſch mit ſich ſelbſt, als mit ſeinem Vermö⸗ gen, und wie die Sonne glänzt er für Aller Augen .. unter der Bedingung, daß ſie ſchön ſind; denn man muß ihm die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, mein Herr
iſt nicht ſtolz, wenn eine Frau nur hübſch iſt, mag ſie
vornehme Dame oder Griſette ſein, er bequemt ſich zu Allem,“ fügte Pietri bei.


