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Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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als hätte ſie die Gefahr zu beſchwören vermocht, von der der Oberſt Roland bedroht war; dann war ſie nach kurzem Nachdenken, von einem ſo heftigen Nervenzittern ergriffen, daß ihre Zähne an einander ſchlugen, wieder niedergeſunken, und um dieſen Krampf zu unterdrücken, der ſie verrathen haben würde, ſah ſie ſich genöthigt, den Kopf gegen ihre Bruſt ſenkend, auf ihr Schnupſtuch zu beißen.

Die Sträußchenhändlerin, ſobald ſie begriffen, der Oberſt ſchwehe in Todesgefahr, wurde beinahe furcht⸗ bar vor Schmerz, Zorn und Kühnheit; ihre großen ſchwarzen Augen funkelten, und ſie wandte ſich an den Major Maurice, der ſie bis dahin beſchützt hatte, reichte ihm ihr Kind und ſagte:

„Sie ſind gut . . . Behalten Sie es. .. Ich gehe dorthin.“

und mit einer Bewegung des Kopfes deutete ſie auf das Café Tortoni.

Der Major Maurice ſchickte ſich in dieſem Augen⸗ blick ſelbſt an, energiſch durch die Menge zu dringen; denn auf ſeinem traurigen, männlichen Geſicht war auch ein Ausdruck der Bangigkeit hervorgetreten, als er den Namen des Oberſten Roland nennen und die verſchie⸗ denen Erſcheinungen bei der Ankunft der vorgeblichen Voltigeurs von Ludwig KIV. im Café Tortoni erzäh⸗ len hörte. Der Major war alſo ſehr erſtaunt über die Bitte der Sträußerfrau, die er für verrückt hielt; ſo ſeltſam waren ihre Phyſiognomie und ihre Aufregung; er erwiederte ihr auch die Achſeln zuckend:

„Bleiben Sie da. . . Ich kann mich nicht mit Ihrem Kinde befaſſen.“

Und er machte ein paar Schritte vorwärts, um die Menge zu durchſchneiden und zu ſeinen Waffenbrüdern im Café Tortoni zu eilen, wodurch er ſich von den Damen Delmare und Bourgueil entfernte, welche in⸗ deſſen zu grauſam von ihrer Angſt in Anſpruch genom⸗