14
die Menge zu ſchauen und endlich die Urſache dieſes ſo ſeltſamen Tumults zu erfahren.
Plötzlich brach Herr Delmare in ein ſchallentes Gelächter aus und rief:
„Ho! ho! das iſt ein guter Spaß!“
„Es iſt in der That ſehr komiſch!“ fügte Herr von Bourgueil, die Heiterkeit ſeines Nachbars theilend, bei.
„Theilen Sie uns doch wenigſtens mit, was Sie ſehen, meine Herren,“ ſagte Madame Delmare.
„Zwei junge Leute, meiner Treue, von ſehr gutem Ausſehen, mit Schnurrbärten, ſind aus einem von den Wagen ausgeſtiegen,“ antwortete Herr Delmare; „ſie ſind gepudert und à l'oiseau royal friſirt, haben bür⸗ gerliche Röcke mit Epaulettes, kurze Hoſen, geflammte Strümpfe, quer hängende Degen und weiße Cocarden ſo groß wie Teller.“
„Ein wahres Emigranten⸗Coſtüme, Voltigeurs von Ludwig XIV., wie man ſagt,“ fügte Herr von Bourgueil ſtärker lachend bei.
„Ah! es kommt noch beſſer!“ rief⸗Herr Delmare unter verdoppelter Heiterkeit; ein großer, dicker, wohl ſechs Fuß hoher Mann mit ellenlangem, rothem Schnurr⸗ bart ſteigt aus dem Wagen, gekleidet wie die Andern als Voltigeur von Ludwig XIV. . nur ſtatt des Degens „ Ha! hal ha! „Mein Gottl wie drollig das iſt! er trägt einen Bratſpieß mit einer Degenquaſte. „
„Ah! ah! ſehen Sie doch,“ ſagte Herr von Bour⸗ gueil, „er hat ein großes Kreuz vom Orden des heili⸗ gen Ludwig von Blech hinten zwiſchen die zwei Knöpfe der Taille ſeines Fracks geheftet.“
„Bei meiner Treue, das iſt wahr!“ ſprach Herr Delmare; „ich habe das Kreuz in dem Augenblick ge⸗ ſehen, wo er das Weſen eines Marquis nachahmend eine Pirouette machte Ha! ha! was für ein drol⸗ liger dicker Burſche!. Meine Damen, hören Sie das Gelächter, das Beifallklatſchen 2“
„Aber was bedeutet dieſe Mummerei?“ fragte Ma⸗


