13³
Unter dieſen war ein noch junger Mann, von gro⸗ ßem Wuchſe und einem zugleich melancholiſchen und ſtrengem Geſicht, dem ein langer Schnurrbart und ein Knebelbart einen militäriſchen Charakter verliehen; ein ſchwarzer Kragen, ein langer, blauer, bis an den Hals zugeknöpfter und mit der Roſette eines Officieres der Ehrenlegion geſchmückter Oberrock gaben dieſem Mann ganz das Aeußere eines Officiers auf halbem Sold, eines Räubers von der Loire, wie die Royaliſten damals ſagten. Von der Reiſe ankommend, hatte er einen kleinen Cavalerie⸗Mantelſack von rothem Tuch in der Hand, und er ſchien ärgerlich, daß er auf ſeinem Wege durch dieſe unerwartete Zuſammenſchaarung aufgehalten wurde.
Als er aber das Gelächter und die Ausrufungen vor dem Café Tortoni ſich vermehren hörte, theilte der Major Maurice bald die allgemeine Neugierde und blieb nahe bei den zwei Frauen und der Sträußchen⸗ händlerin ſtehen; da nun dieſe von dem ungeſtümen Drücken der Menge heftig bedrängt wurde, ſo bekam der Major Mitleid mit der armen Frau, welche ihr Kind in ihren Armen hielt und es vor den Stößen zu ſchützen ſuchte, und ſagte mit freundlichem Tone zu ihr:
„Stehen Sie hieher! . . . vor mich bis ſich dieſe Zuſammenſchaarung zerſtreut hat. Sie werden nicht herumgeſtoßen werden und es ſoll Ihrem Kinde nichts geſchehen.“
Die Sträußchenhändlerin dankte dem Officier mit einem erkenntlichen Blick. Es entſtand eine neue Be⸗ wegung in der Menge, der Major wandte ſich um und ſchaute die Neugierigen, welche ungeduldig, in die erſte Reihe zu ſchlüpfen, ſo ſtreng an, daß die Sträußchen⸗ händlerin und ihr Kind keinen weitern Stößen mehr ausgeſetzt waren.
Herr Delmare ſtieg auf die Bitte ſeiner Frau auf einen Stuhl, ſo wie auch Herr von Bourgueil, um über


