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Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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haltend, einen Augenblick unbeweglich vor den zwei jungen Frauen; dann bot ſie ihnen ihre Veilchenſträuße an, ohne ein Wort zu ſprechen, als gehorchte ſie einer maſchinenmäßigen Bewegung, während ihr Geiſt an⸗ derswo war.

„Arme Frau. . ſie ſieht beinahe wahnfinnig aus,“ ſagte leiſe Madame Delmare zu Frau von Bourgueil.

„Der Kummer vielleicht,“ erwiederte dieſe, „ſie ſcheint in großem Elend zu ſein.“

Die Sträußchenhändlerin bot hartnäckig ihre Sträuße an, ohne ein Wort zu ſprechen. Madame Delmare ſtreckte den Arm aus, nahm vier Sträußchen, ſtörte in ihrer Taſche und ſagte zu der Händlerin:

„Wie viel koſten dieſe vier Sträußchen?“

Sie ſchien nicht zu hören und ſchaute fortwährend mit beinahe ſtieren Blicken umher.

„He! Händlerin,“ ſprach lauter Madame Delmare, indem ſie ihren Arm berührte.

„Qué voudrez?e *) antwortete ſie mit einem ſehr marquirten italieniſchen Aecent und ſchaute dabei Herrn Delmare an.

Dieſer hatte das qus voudrez der Sträußchen⸗ händlerin nicht begriffen, und fragte ſeine Frau:

„Haſt Du verſtanden, liebe Anna?“

„Die Arme Frau will ohne Zweifel ſagen, Du mögeſt ihr geben, was Du wolleſt, mein Freund,“ er⸗ wiederte Madame Delmare; „ſei großmüthig, das arme Geſchöpf ſcheint ſehr unglücklich zu ſein.“

„Du weißt, liebe Anna, daß Alles, was Du wünſchſt, geſchieht,“ ſagte Herr Delmare mit halber Stimme zu ſeiner Frau.

Und er zog aus ſeiner Taſche ein Fünf⸗Franken⸗ Stück und war im Begriff, es der Sträußchenhändlerin zu geben; doch er beſann ſich eines Andern: er ſah

*) Was ſie wollen.