Druckschrift 
Die Kinder der Liebe : fünf Bändchen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

ſeinen Sohn, der ein wenig vor den zwei jungen Frauen ſtand und mit der Neugierde ſeines Alters die Sträuß⸗ chenhändlerin anſchaute, rief dem Knaben und ſagte:

„Adalbert!“

Bei dieſem Namen, der ſchon Frau von Bourgueil aufgefallen war, erwachte die Sträußchenhändlerlin aus ihrer Zerſtreutheit und ſchaute mit einer unruhigen Miene umher.

Der Knabe antwortete nicht ſogleich auf den Ruf ſeines Vaters, und dieſer wiederholte:

o Du mich denn nicht, Adalbert? .. Adal⸗ ert!“

Bei dieſem Schlag auf Schlag wiederholten Namen bebte die Händlerin am ganzen Leib; ihre Züge nah⸗ men einen unbeſchreiblichen Ausdruck von Unruhe und Bangigkeit an; es war, als tönte er in ihrem Innern auf eine herzzerreißende Weiſe wieder. Sie zog ihre ſchwar⸗ zen Brauen zuſammen und rief lebhaft, indem ſie Herrn Delmare mit beinahe irren Augen anſchaute:

„Adalbert. Warum Adalbert?“

„Aber, meine arme Frau,“ erwiederte Herr Del⸗ mare ſehr erſtaunt, „Adalbert . . das iſt der Name meines Sohnes, und ich rief ihm, um ihm dieſes Fünf⸗ Franken⸗Stück zu geben, damit er es Ihnen reiche.“

Dann ſich an das Ohr von Frau von Bourgueil neigend, fügte er bei:

„Die Unglückliche iſt entſchieden halb verrückt.“

„Ich befürchte es ſehr,“ erwiederte Frau von Bour⸗ gueil mit einem Ausdruck des Mitleids.

Der Knabe fügte ſich endlich der Stimme ſeines Vaters, und dieſer gab ihm die fünf Franken, die er ganz ſtolz der Sträußchenhändlerin reichte.

Das arme Geſchöpf empfing maſchinenmäßig das Geld und betrachtete einige Augenblicke ſchweigſam und mit einem ſeltſamen, beinahe neidiſchen Blick den kleinen Adalbert.

Herr Delmare und Herr von Bourgueil, welche