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„Haſt Du die ſchöne Dame gehört, welche neben uns ſitzt? ſie findet Dich reizend.“
„Mein Freund,“ ſprach die junge Frau zu ihrem Mann mit einem Ausdruck ſanften Vorwurfs, „Du verdirbſt wahrhaftig Adalbert zu ſehr.“
„Ihn verderben!“ entgegnete Herr Delmare, „Ah! ja wohl nie werde ich ihn genug verderben, für das Glück, das er mir gewährt ein Glück, verdop⸗ pelt durch die Angſt, die mir ſeine Geburt verurſacht hat armes Schätzchen!. Weißt Du, Anna, daß von hundert Kindern, die, wie er, zu frühe auf die Welt kommen, die lieben kleinen Ungeduldigen, nicht zehn am Leben hleiben, während er, das frage ich Dich, wie? iſt er ſtark! iſt er friſchroth! iſt er ſchön!“
Und in ſeiner väterlichen Begeiſterung bedeckte Herr Delmare ſeinen Sohn abermals mit Liebkoſungen und bemerkte die augenblickliche Röthe und Verlegenheit ſeiner Frau nicht; mit einem Ausdruck unausſprechlichen Glücks fuhr er fort!
„Was ſoll ich Dir ſagen, Annal Wohl denn! ja, ich bin närriſch mit meinem Sohn, ich vergöttere ihn, Du mußt das ſo hinnehmen.. Und dann .. fügte Herr Delmare bei, indem er ſeine Frau mit einem ſo zärtlichen, ſo milden, ſo liebevollen Ausdruck anſchaute, daß dieſer ſeiner bis dahin unbedeutenden Phyſiognomie einen gewiſſen Reiz verlieh, „Du haſt ein vortreffliches Mittel, mich davon abzuhalten, daß ich nur daran denke, dieſes liebe Kind zu verderben.“
„Das ſcheint mir ſchwierig,“ erwiederte lächelnd die junge Frau, „doch, mein Freund, laß Dein Mittel hören.“
Herr Delmare neigte ſich an das Ohr ſeiner Frau und ſagte leiſe und mit dem Tone leidenſchaftlicher Liebe zu ihr:
„Schenke mir ein anderes Engelchen und Adal⸗ bert wird nicht mehr das einzige ſein, das ich verderbe. ich theile dann meine Abgöiterei.“


