von Straßburg. — Was haben wir nun gethan? Wir haben Jeſuiten gezeichnet als erfüllt von den abſcheulichen Grundſätzen ihrer klaſſiſchen Theologen und als handelnd nach denſelben. Haben wir damit behauptet, daß alle Jeſuiten die Fähigkeit, Verwegenheit oder Verruchtheit haben, die gefähr⸗ lichen Waffen aus dem finſteren Zeughaus ihres Ordens zu handhaben? Keineswegs. Was wir angegriffen haben, iſt der abſcheuliche Geiſt der Conſtitutionen der Geſellſchaft Jeſu. Brauchen wir nun noch hinzuzufügen, daß Päpſte, Könige, Nationen (neuerdings noch Frankreich) die abſcheulichen Lehren dieſer Geſellſchaft gebrandmarkt, ihre Mitglieder vertrieben oder ihren Verband aufgelöſt haben, und daß wir nur unter einer neuen Form längſt feſtſtehende Anſichten vorgebracht haben?
Weiter hat man uns vorgeworfen, wir regten den Groll und Neid der Armen gegen die Reichen auf.
Darauf erwidern wir: Im Gegentheil, wir haben in Adriana von Cardoville denjenigen Theil der reichen Ariſtokratie zu perſonificiren geſucht, welcher aus Edelſinn ſowohl wie aus Verſtändniß der Vergangenheit und Vorausſicht in die Zukunft die wohlthuende Bruderhand allen Leidenden reicht, allen ehr⸗ lichen Arbeitern, allen würdigen Armen. Heißt das Zwie⸗ tracht zwiſchen Armen und Reichen ſäen, wenn wir das ſchöne reiche Fräulein von Cardoville die arme ſchwächliche Arbeiterin Mayeur als Schweſter behandeln laſſen? Heißt das den Ar⸗ beiter gegen den Arbeitgeber aufreizen, wenn wir Hardy ſchildern als den Stifter eines Gemeinſchaftshauſes? Im Gegentheil, wir haben ein Werk der Annäherung verſucht, der Verſöhnung zwiſchen den beiden auf den entgegengeſetzten Enden der geſellſchaftlichen Stufenleiter ſtehenden Klaſſen. Schon vor drei Jahren haben wir geſchrieben: Wenn die Reichen wüßten!
Wir haben geſagt und wir wiederholen es gibt entſetz⸗ liches, unüberſehbares Elend. Die Maſſen, immer mehr über ihre Rechte aufgeklärt, aber noch ruhig, geduldig und erge⸗ ben, verlangen, daß die Regierenden ſich endlich mit der Ver⸗ beſſerung ihrer kläglichen Lage beſchäftigen, welche mit jedem
Tag ſchlimmer wird durch die in der Induſtrie herrſchende
Anarchie und rückſichtsloſe Concurrenz. Wir haben geſagt


