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der letzte Sprößling meines Hauſes von der Erde verſchwun⸗ den ſein wird. Ihm, dem Heiligen unter den Heiligſten, war die Gnade vorbehalten, meine Loskaufung zu bewirken, — ihm, der ſo viel gethan hat zum Heil ſeiner Brüder.“
„Ja, Bruder, er, der ſo viel gelitten, der, ohne zu klagen, ſo viele bittere Kelche getrunken, ſo viele ſchwere Kreuze ge⸗ tragen hat, er, der Diener des Herrn, welcher das Abbild Chriſti auf Erden geweſen, er mußte das letzte Werkzeug dieſer Erlöſung ſein.“
„Schweſter, ich fühl' es, der letzte der Meinigen ſteht in Begriff, als Opfer einer langſamen Verfolgung, ſeine Engels⸗ ſeele Gott zurückzugeben. Alſo bis zum Ende werde ich für mein fluchbeladenes Geſchlecht unheilbringend geweſen ſein. Herr! Herr! Deine Gnade iſt groß, aber Dein Zorn iſt auch groß geweſen.“
„Muth und Hoffnung Bruder. Bedenke, auf die Sühnung folgt Vergebung und nach der Vergebung kommt der Lohn. Der Herr hat in Dir und in Deiner Nachkommenſchaft den durch das Unglück und die Ungerechtigkeit boshaft ge⸗ wordenen Handwerker geſchlagen. Er hat Dir geſagt: Gehe! gehe! gehe! ſonder Raſt noch Ruhe, und Dein Gehen ſoll vergeblich ſein, und jeden Abend, wenn Du Dich auf die harte Erde wirfſt, ſollſt Du Deinem Ziel nicht näher ſein, als Du am Morgen warſt beim Wiederbeginn Deines ewigen Laufes. — Eben ſo haben ſeit Jahrhunderten unbarmherzige Menſchen zum Handwerker geſagt: Arbeite! arbeite! arbeite! ſonder Raſt und Ruhe, und Deine für alle ergiebige Arbeit ſoll für Dich allein unfruchtbar ſein, und jeden Abend wenn Du dich auf die harte Erde legſt, ſollſt Du dem Glück und der Ruhe nicht uäher ſein als den Abend zuvor bei der Rückkehr von Deiner täglichen Arbeit. Dein Lohn genüge Dir zur Friſtung Deines kümmerlichen Lebens.“
„Ach! ſoll es denn immer ſo ſein!“
„Nein Bruder. Weine nicht über die Deinigen; freue Dich vielmehr über ſie. Hat der Herr ihres Todes bedurft zu Deiner Erlöſung, ſo tröſte Dich damit, daß er zugleich mit Dir, dem vom Himmel verfluchten Handwerker, den Hand⸗ werker erlöſen wird, welcher von ſeinen Unterjochern verflucht
und gefürchtet wird. Die Zeit iſt nahe. Die Barmherzigkeit


