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Mauſoleum, welches Samuel auf der Stelle des Hauſes in der Neuen Franeiseusſtraße hat errichten laſſen und deſſen Wächter er geworden iſt, treu bis ans Ende.
So weit hatte ich geſchrieben, als ich Ihren Brief empfing. Alſo nachdem Ihr Biſchof Ihnen verboten hat, mit mir zu⸗ ſammenzukommen, verbietet er Ihnen nun auch den ferneren Briefwechſel mit mir. Ihr ſchmerzliches Bedauern rührt mich tief. Wir haben oft von der Kirchenzucht geſprochen und von der unbeſchränkten Gewalt der Biſchöfe über uns geiſtliche Plebejer. Es iſt etwas ſchmerzliches; aber es iſt Geſetz der Kirche, und da Sie deſſen Beobachtung geſchworen haben, ſo müſſen Sie ſich unterwerfen, wie ich mich unterworfen habe. Dem Ehrenmann iſt ſein Eid heilig.
Guter, armer Joſeph! Wenn Sie doch den Erſatz hätten, welcher mir nach dem Abbrechen unſerer Verbindung bleibt. O, ich weiß, was Sie fühlen müſſen.
Ich darf nicht weiter ſchreiben. Ich würde vielleicht bitter werden gegen die, deren Befehle wir achten müſſen.
Da es alſo ſein muß, ſo ſei dieſer Brief der letzte. Leben Sie wohl, mein Freund, für immer.
Gabriel von Rennepont.
Einundzwanzigſtes Kapitel. Die Eſun
Tagesanbruch war nahe. Im Oſten fing ein kaum merk⸗ licher Roſenſchimmer an hervorzubrechen. Aber im Scheitel⸗ punkt des Himmels funkelten noch die Sterne. Die Vögel erwachten im kühlen Laub der Wälder des Thals, und verein⸗ zeltes Gezwitſcher bildete das Vorſpiel ihrer Morgengeſänge. Ein leichter weißlicher Dunſt erhob ſich aus dem bethauten Gras, während im ruhigen klaren Waſſer eines großen Sees der blaßröthliche Schimmer des öſtlichen Himmels ſich ab⸗ ſpiegelte. Alles kündigte einen der heiteren warmen Tage des Vorſommers an.


