Aber die Fenſter dieſes Thürmchens waren mit Bleiplatten
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„Trauerſaal?“ wiederholte Rodin betroffen. „Was iſt das?“ „Ein Ort der Thränen und des Todes,“antwortete der Jude immerfort hinaufſteigend in der Dunkelheit, welche durch die Lampe kaum erhellt ward. „Aber warum dorthin?“ fragte Rodin ſtehend bleibend. „Das Geld iſt da.“ „Das Geld? das iſt etwas anders!“ ſagte Rodin und eilte ihm nach. Als Samuel zu einer gewiſſen Höhe hinaufgekommen war, bemerkten die beiden Jeſuiten unter ihm, daß die Treppe plötzlich einen Winkel machte, denn ſie erblickten das durch die Lampe erleuchtete Geſicht des Alten von der Seite zwiſchen dem eiſernen Treppengeländer, an dem er ſich mühſam hinauf half, und zwiſchen der gewölbten Decke. Der Ausdruck ſeines Geſichts kam Rodin auffallend vor. Seine ſonſt ſanften, durch das Alter verdüſterten ſchwarzen Augen funkelten, und ſeine Züge, welche ſonſt immer das Gepräge der Traurigkeit, des Verſtandes und der Güte trugen, ſchienen ſich zu verhärten, während um ſeine Lippen ein ſeltſames Lächeln ſpielte. Rodin äußerte hierüber nichts, ſondern flüſterte keuchend ſeinem Socius zu: „Das iſt nicht ſonderlich hoch, und doch ſind mir die Beine wie zerſchlagen. Ich bin ganz außer Athem und es ſummt mir in den Schläfen.“ Caboceini, ſonſt ſo zärtlich beſorgt um ſeinen Beglei⸗ ter, antwortete nichts. Er ſchien ganz in Gedanken vertieft zu ſein. „Sind wir bald oben?“ rief Rodin dem alten Samuel ungeduldig zu. 8 „Hier!“ antwortete der Jude. „Endlich!“ ſagte Nodin. „Das iſt ein Glück.“ „Ja, das iſt ein Glück,“ erwiderte Samuel, indem erzich an die Wand eines Gangs ſtellte und mit der Lampe auf eine große Thür deutete, aus welcher eine ſchwache Helle drang. Obwohl überraſcht, trat Rodin entſchloſſen ein. Caboceini und Samuel folgten ihm. „ Das Gemach, in welchem ſich die drei befanden, war groß. Es ſollte ſein Licht von einem viereckigen Belvedre empfangen.


