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1 zu „Um zwei Uhr — — bei mir —“ und ſtreckte die Hand
aus, um ſie in den Weihbrunn zu tauchen. Faringhea hielt
ihm den Weihwedel hin. Er befeuchtete ſeine Finger an
demſelben und machte mit der Feuchtigkeit ein Kreuz auf die
Stirn. Nachdem er nochmals zu dem Würger leiſe geſagt
hatte: „Um zwei Uhr bei mir —“ ging er zur Kapelle hinaus.
Caboceini wollte gleichfalls den Weihwedel benutzen, da aber
Faringhea denſelben raſch zurückzog, ſo hielt er ſich nicht
länger auf und eilte dem P. Rodin nach, welchen er, zumal
an dieſem Tag, keinen Augenblick aus dem Geſicht verlieren
ſollte. Faringhea warf dem P. Rodin einen unbeſchreiblichen
Blick nach und ſank wieder auf die Knie, das Geſicht in den
Händen verbergend.
3 Beide Patres beſtiegen einen bereit ſtehenden Miethwagen,
und fuhren nach dem Quartier Marais zu. Fieberhafte Auf⸗
regung und Ungeduld lag auf dem Geſicht Rodins. Mehr⸗
mals öffnete er ſeine Brieftaſche, las und ordnete die Todes⸗
ſcheine der Familie Rennepont. Zuweilen ſtreckte er den Kopf
zum Schlag hinaus, als wollte er den Gang des Fuhrwerks
beſchleunigen. Cabveceini ſah ihn mit unverwandtem ſeltſam
höhniſchem Blick an. Endlich fuhr die Kutſche in die Fran⸗ 8
eiscusſtraße und hielt vor dem eiſenbeſchlagenen Thor des
alten Hauſes an. . Rodin ſprang aus dem Fiaere mit der Behendigkeit eines
Jünglings und klopfte heftig an dem Thor, während der wohl⸗
beleibte kleine Pater bedächtlicher ausſtieg. Als ſich auf das
Anklopfen in den nächſten Augenblicken nichts hören ließ,
wiederholte er es, horchte und vernahm ſchleppende Tritte,
die aber in einiger Entfernung von dem Thor aufhörten.
„Es iſt mir, als ob das Feuer der Ungeduld mich verzehrte!“
ſagte er, klopfte noch heftiger zum dritten Mal und begann
an ſeinen Nägeln zu kauen.
Plötzlich ging das Thor auf, und Samuel erſchien unter
dem Bogen. Das Geſicht des alten Wächters drückte bitteren
Schmerz aus und trug die Spuren von Thränen, welche ſeine zitternde Hand abwiſchte, als er das Thor öffnete. Als er
die beiden Jeſuiten erblickte, fragte er: „Wer ſind Sie, meine Herren?“
Haſtig antwortete Rodin: „Ich bin der Bevollmächtigte


