— 118 —
dere Hälfte des Cruciſires, welche er beſaß, hielt die eben empfangene Hälfte daran und fand, daß ſie zuſammen paßten.
Der Pater Caboceini ſah ihm neugierig zu. Der Cardi⸗ nal hatte ihm nichts weiter geſagt, als er ſolle das Bruch⸗ ſtück des Crucifires dem Faringhea einhändigen und zu ſeiner Beglaubigung die angeführten Worte ſprechen. Aeußerſt ge⸗ ſpannt fragte er den Meſtizen: „Was machen Sie nun mit dem jetzt vollſtändigen Crucifir?“
„Nichts,“ antwortete Faringhea in peinliches Nachdenken verſunken.
„Nichts?“ wiederholte das Paterchen erſtaunt. „Wozu habe ich es denn ſo weit hergebracht?“
Anſtatt auf dieſe Frage der Neugier zu antworten, fragte
Faringhea ſeinerſeits: „Um welche Zeit geht morgen der E. V. Rodin in die Franeciscusſtraße?“
„Ganz in der Frühe!“
„Wird er vor dem Ausgehen in der Kapelle ſein Gebet verrichten?“
„Ja, nach der Gewohnheit aller unſrer Patres.“
„Sie ſchlafen in ſeiner Nähe?“
„Als ſein Speius habe ich mein Schlafzimmer dicht bei dem ſeinigen.“
Nach einem Augenblick des Schweigens ſagte Faringhea: „Es wäre möglich, daß der Pater, ganz in. ſeine wichtige Angelegenheit vertieft, vergäße in die Kapelle zu gehen. Erinnern Sie ihn an dieſe fromme Pflicht.“ 3
„Ich werde nicht verfehlen.“
„Verſäumen Sie es ja nicht!“ bat der Würger dringend.
„Sein Sie außer Sorgen. Ich ſehe, es iſt Ihnen viel an ſeiner Seligkeit gelegen.“ n
„Sehr viel.“
„Dieſer Gedanke iſt löblich. Fahren Sie ſo fort, und Sie können eines Tags ganz unſerer Geſellſchaft angehören.“
„Ich bin bis jetzt nur ein geringer dienender Bruder,“ ſagte Faringhea demüthig. „Aber niemand gehört mehr mit
Leib und Seele der Geſellſchaft an als ich. Bohwanie iſt nichts im Vergleich mit ihr!“ „Bohwanie? Was iſt das, lieber Freund?“
„


