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Degenſpitze zucken ſehe. Unſer voriger Zweikampf iſt nur ein Spiel geweſen. Der jetzige iſt anders.“
Der Marſchall trat an den Tiſch, auf welchem die Degen lagen, und nahm einen davon. Aigrigny bedurfte einer großen Selbſtbeherrſchung, um bei dieſen Herausforderungen des verhaßten Gegners ruhig zu bleiben. Er erwiderte in demſelben Ton wie vorher: „Zum letzten Mal wiederhole ich Ihnen: mein Stand hindert mich, Ihre Herausforderung anzunehmen.“
Simon wandte ſich um, trat wieder vor den Jeſuiten und fragte ihn: „Alſo Sie weigern ſich?“
„Ich weigere mich.“
„Entſchieden?“
„Nichts ſoll mich dazu bringen.“
„Nichts?“ .
„Nein.“
„Wir wollen ſehen,“ ſagte der Marſchall und gab dem geweſenen Oberſten einen Backenſtreich.
Der Jeſuit ſtieß einen Schrei der Wuth aus. All ſein Blut ſtrömte nach ſeinem Geſicht, auf welches er den Schlag empfangen hatte. Sein kriegeriſcher Muth gewann die Ober⸗ hand über ſeinen prieſterlichen Entſchluß. Seine Augen funkelten. Zähneknirſchend und mit geballten Fäuſten trat er einen Schritt gegen den Marſchall vor und rief: „Die
Degen! die Degen!“ Aber in dieſem Augenblick fiel ihm die
Erſcheinung Rodins ein. Die Ueberzeugung, daß ſein ehe⸗ maliger Socius ihm dieſe hölliſche Schlinge gelegt hatte, und der Wille, dieſer Schlinge zu entgehen, gaben ihm die Kraft, ſeine Rachſucht zu unterdrücken. Seiner Aufwallung folgte plötzlich die Ruhe eines zerknirſchten Herzens. Er kniete uieder, ſchlug an ſeine Bruſt und ſagte: „Herr, vergib mir, daß ich mich einer Aufwallung des Zorns überlaſſen habe! und vornehmlich vergib meinem Beleidiger!“
Der Marſchall, welcher einen Degen in die Hand genom⸗
men hatte, knirſchte vor Wuth, rief: „Auf, Schurke!“ und
gab ihm einen Fußtritt. Bei dieſer neuen BVeleidigung ſprang Aigrigny auf, ergriff den andern Degen und rief zähnebleckend: „Ha! Sie wollen x. 38


