Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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zu fordern. Die Ruhe, mit welcher er ſchweigend wie das unerbittliche Schickſal vor dem erbleichenden Aigrigny ſtand, war ſchrecklicher als die heftigſten Ausbrüche des Zorns. Rach einigen Augenblicken tiefen Schweigens begann er lang⸗ ſam mit hohler Stimme: „Meine Kinder ſind todt. Ich muß ihren Mörder tödten.“

Herr!“ rief Aigrigny, „hören Sie mich an. Glauben Sie nicht — —“

„Ich muß Sie tödten!“ wiederholte der Marſchall. „Ihr Haß hat mein Weib bis in die Verbannung verfolgt, wo ſie umgekommen iſt. Sie und Ihre Mitſchuldigen haben meine

Finder in einen ſicheren Tod geſchickt. Seit zwanzig Jahren

ſind Sie mein böſer Geiſt. Jetzt iſts genug. Ich muß Ihr Leben haben, und ich will es haben.“

„Mein Leben gehört Gott und dann jedem, der es neh⸗ men will,“ antwortete Aigrigny in frommem Ton.

„Wir ſchlagen uns auf Tod und Leben in dieſem Zimmer,“ fuhr der Marſchall fort.

„Sie vergeſſen,“ erwiderte Aigrigny kaltblütig, „daß mein Stand mir verbietet, mich zu ſchlagen. Früherhin habe ich eine Herausforderung von Ihnen annehmen können; jetzt iſt meine Stellung anders.“

„Ah!“ ſagte der Marſchall mit bitterem Lächeln. „Sie verweigern den Zweikampf, weil Sie Prieſter ſind?“

„Ja, weil ich Prieſter bin.“

„Demnach wäre ein Schurke wie Sie der Strafloſigkeit ſicher, weil er Prieſter iſt? Er könnte ſeine Niederträchtig⸗ keit, ſeine Verbrechen mit ſeinem ſchwarzen Kleide ſchirmen?“

„Ich begreife kein Wort von Ihren Anklagen,“ entgegnete Aigrigny ſich in ſeine zornbleichen Lippen beißend. „Jeden⸗ falls gibt es Geſetze. Haben Sie ſich zu beſchweren, ſo ge⸗ hen Sie vor Gericht. Das Recht iſt für Alle gleich.“

Simon zuckte verachtend die Achſeln und ſggte: „Ihre Verbrechen ſind der Juſtiz unerreichbar, und ren ſie es nicht, ſo würde ich dennoch nicht der Juſtiz meine Rache überlaſſen nach all dem Uebel, welches Sie mir zugefügt haben. Sie müſſen einſehen, daß ich nur noch für die Rache lebe, für eine Rache, bei der ich Ihr falſches Herz an meiner

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