Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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man zu retten. Man ſchreibt das Verbrechen der Eifer⸗ ſucht zu. Die Unterſuchung iſt eingeleitet. Morgen das Nähere.

Nachdem Aigrigny dieſe Stelle geleſen, warf er die Zeitung auf den Tiſch und ſann nach. „Es iſt unglaublich,“ ſagte er mit neidiſcher Miene. „Er hat ſein Ziel erreicht. Faſt keine ſeiner Berechnungen hat ſich unrichtig gezeigt. Dieſe Familie iſt durch das bloße Spiel der Leidenſchaften vernichtet, der guten und ſchlechten Leidenſchaften, die er in Bewegung zu ſetzen gewußt hat. Ich geſtehe, Rodin iſt ein Menſch voll Verſtel⸗ lung, Geſchicklichkeit, Willenskraft, Geduld, Hartnäckigkeit und ſeltnem Verſtand. Vor einigen Monaten ſchrieb er noch unter meinem Befehl als demüthiger und beſcheidener Socius. Wer hätte damals gedacht, daß dieſer Menſch ſchon lange von dem verwegenſten ſchrankenloſen Ehrgeiz beſeſſen war?

daß er ſich erkühnte, ſein Auge auf den heiligen Stuhl zu werfen, und daß er durch wunderbar angeknüpfte Ränke, durch eine mit unglaublichem Geſchick verfolgte Beſtechung im h. Collegium ſo weit gelangt war, daß dieſer hölliſche Ehrgeiz jetzt bald ſeine Befriedigung finden würde, wäre nicht ſein gefährliches Treiben beobachtet worden? — Ah!“ fuhr er mit höhniſchem Lächeln fort, „du ſchmieriger Geſell willſt Sirtus V. ſpielen? Und nicht zufrieden mit dieſem verwegenen Gedanken, willſt du unſere Geſellſchaft in deinem Papſtthum verſchlingen, wie der Sultan die Janitſcharen verſchlungen hat? Wir ſind alſo für dich bloß ein Sche⸗ mel? — Mich haſt du erniedrigt und zu Boden gedrückt mit deiner frechen Verachtung. Geduld! Der Tag der Vergel⸗ tung naht. Ich allein bin der Bewahrer der Entſchlüſſe unſeres Generals; ſelbſt der als Socius hieher geſandte Pater Caboceini weiß nichts davon. Das Schickſal des Va⸗ ter Rodin iſt alſo in meinen Händen. Er weiß nicht, was ihm bevorſteht. In dieſer Rennepontſchen Angelegenheit, die er wirklich wunderbar geleitet hat, glaubt er uß auszu⸗ ſtechen und nur für ſich geſorgt zu haben. er mor⸗ gen . —

Aigrigny ward in ſeinen angenehmen Betrachtungen ge⸗ ſtört durch das Geräuſch der aufgehenden Thüren in den

zwei vorderen Zimmern. In dem Augenblick, wo er den