Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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Warten auf den Augenblick, wo ich Dein, ganz Dein ſein ſollte! Du ſiehſt, der Himmel will, daß wir einander ange⸗

hören, und nichts ſoll an unſerer Götterluſt fehlen. Dieſen

Morgen hat der Mann des Glaubens und der Liebe, welcher in zwei Tagen unſern Bund ſegnen ſollte, von mir in Deinem und meinem Namen ein königliches Geſchenk erhalten, welches

viele traurige Herzen auf immer beglücken wird. Alſo was

ſollen wir klagen, Geliebter? Unſere Seelen ſollen ſich in unſern Küſſen aushauchen und noch berauſcht von Liebe empor⸗ ſchweben zu dem Gott, der lauter Liebe iſt!“

Die leichten Vorhänge fielen verhüllend über das Braut- und Todtenbett zurück. Zwei Stunden ſpäter hauchten Adriana und Dſchalma in wollüſtigem Todeskampf den letzten Seufzer aus.

Siebzehntes Kapitel.

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In dem Jeſuitenhaus der Vaugirardſtraße hatte ſeit einigen Tagen Aligrigny die früher von Hardy inne gehabte Woh⸗ nung bezogen, welche aus drei Zimmern hinter einander be⸗ ſtand, zwei großen und einem kleineren, letzteres mit der Ausſicht auf ein von hohen Mauern umſchloſſenes Gärtchen. Aigrigny hatte dieſe Wohnung nicht gewählt, ſondern war zur Beziehung derſelben auf Betrieb Rodins vom Pater Schaffner unter annehmbaren Gründen beſtimmt worden.

Gegen Mittag des 31. Mai ſaß der geweſene Huſarenoberſt im ſchwarzen Prieſterkleid auf einem Seſſel an der Glasthür, welche in das traurige Gärtchen führte, und las in einem pariſer Morgenblatt Folgendes:

Elf Uhr Abends. So eben hat ein ſchreckliches tragiſches Ereigniß Entſetzen in dem Quartier Richelieu verbreitet. Ein Doppelmord iſt an einem Mädchen und an einem Handwerksgeſellen begangen worden. Das Mädchen iſt durch einen Dolchſtich getödet; den Handwerker hofft