Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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„

und Liebe, ſo daß Dſchalma, der ſie erſtaunt anſah, glaubte, ſie hätte den Verſtand verlsren. „Keinè Thränen mehr, Ge⸗ liebter!“ rief ſie, „ſondern Lächeln der Freude und Liebe. Unſere Feinde ſollen nicht triumphiren.“

„Wie?“ fragte Dſchalma erſtautt.

„Sie wollten uns unglücklich machen, und die Welt ſoll unſer Glück beneiden.“ 6.

„Adriana! Komm doch zur Beſinnung!“

„Ich bin bei voller Beſinnung“ Höre mich an, Geliebter; jetzt begreif' ich Alles. Du biſt in die von den Schurken ge⸗ ſtellte Falle gegangen und haſt getödet. Hier zu Land fteht auf dem Mord Schande und das Schafott. Morgen, viel⸗ leicht heut Nacht würdeſt Du ins Gefängniß geworfen wor⸗ den ſein. Alſo haben uͤnſere Feinde gedacht: Ein Mann, wie Dſchalma, wartet nicht die Schande und das Schafott ab; er tödet ſich. Ein Weib, abie Adriana von Cardoville, überlebt nicht die Schane und den Tod ihres Geliebten; ſie tödet ſich oder ſtirbt vor Verzweiflung. Für ſie alſo ein ſchrecklicher Tod, für uns die große Erbſchaft. — So haben die Ungeheuer gedacht“ 7 2

„Und die Ungeheuer haben Recht! Wrief Dſchalma. „Für Dich, die ſchöne Jungfrau, iſt der.⸗Tod ſchrecklich.“

„Sie ſollen gelogen haben!“ entgegnete Adrigna. „Unſer Tod ſoll göttlich fein. Das Gift wirkt langſam, und ich liebe Dich, mein Dſchalma! % —

Die letzten leiſe gäflüſterten Worte ſprach das kniende Mädchen ſo weit zu Pſchalnia vorgebeugt, daß er den war⸗ men Hauch ihrer Lippen auf ſeinen Wangen fühlte. Strahlen der Liebesgluth ſchoſſen aus ihren ſchwimmenben Augen. Der Jüngling erbebte. Heiß rollte ſein Blut in den Adern. Er vergaß Alles, ſeine Verzweiflung unh ſeinen nahen Tod, der ſich vorerſt nur durch eine Fieberhitze ankündigte. Sein Ge⸗

ſicht war wie das Geſicht Abrianas wieder idealiſch ſchön ge⸗ worden. „Geliebter! Gatte!“ ſagte Adriana, „Fwie ſchön biſt Du. Mit Luſt ruht mein Auge auf Deinen Augen, auf

Deiner Stirn, auf Deinem Hals, auf Deinen Lippen! Wie

oft hat die Erinnerung an Dein reizendes Geſicht, an Deine

Anmuth, an Deine glühende Liebe meine Sinne verwi Wie oft habe ich meinen Muth ſchwach werden gefühlt im

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