Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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Der Gedanke, daß auch Adriana ſterben ſollte, erdrückte ſei⸗ nen Muth. Er hielt die Hände vors Geſicht, ſtieß einen langen Seufzer aus und ſank in die Knie, ſo daß er auf das Bett, vor welchem er ſtand, zu ſitzen kam.

„Schon jetzt?“ rief Abriana, ihm entſetzt zu Füßen fallend. „Schon kommt der Tod? Du verbirgſt mir Dein Antlitz!“ Sie riß ihm die Hände herunter und ſah ſein Geſicht von Thränen benetzt. „

„Nein, — der Tod iſt noch nicht da,“ ſchluchzte er. „Dies Gift wirkt langſam.“ —

„Wirklich?“ rief Adriana mit unausſprechlicher Freude und küßte liebevoll die Hände Dſchalmas. „Wenn dies Gift lang⸗ ſam wirkt, warum weinſt Du denn?“

„Du! Du!“ rief Dſchalma mit herzzerreißender Stimme.

„Was liegt an mir?“ entgegnete Adriana entſchloſſen. „Du haſt getödet, und wir wollen Dein Verbrechen ſühnen. Was geſchehen iſt, weiß ich nicht“ Aber bei unſerer Liebe ſchwöre ich, Du haſt nicht das Böſe um des Böſen willen gethan. Hier liegt ein ſchauderhaftes Geheimniß.“

Keuchend antwortete Dſchalma: „Unter einem Vorwand, der mir keinen rhſohn einflößen konnte, hat Faringhea mich in ein Haus gefühtt. Dokt hat er mir geſagt, Du be⸗ trögeſt mich. Ich wollte es nicht glauben. Da bekam ich einen Schwindel und erblickte in einem Helldunkel Dich.“

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„Nein, ein Weib, gekleidet wie P und Dir ſo gleichend, daß ich in der Verwirpung meines Verſtandes an dieſe Täu⸗ ſchung glaubte. Dann kam ein Mann, Du (wie ich wähnte) liefſt auf ihn zu, und ich, raſend vor Wuth, habe das Weib und den Mann erſtochen. Datuf bin ich hieher gekommen, um hier zu ſterben. Und nun find' ich Dich wieder — um Urſache Deines Todes zu ſein. O Jammer! Jammer! Ich muß Deinen Tod verſchulden!“ Und der heldenkräftige Jüng⸗ ling ſchluchzte von neuem. wie ein Kind.

Beim Anblick dieſer rührenden Verzweiflung dachte Adriana mit der bewunderungswürdigen Seelenſtärke, welche nur die Weiber in der Liebe beſitzen, an nichts weiter, als Dſchalma

zu tröſten. Auf die Mittheilung des Prinzen, welche einen

hölliſchen Anſchlag enthüllte, ſtrahlte ihr Geſicht von Wonne