Teil eines Werkes 
10. Band (1844)
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Geſtalt wieder erſcheinen, diesmal in einen langen weißen Puder⸗ mantel gehüllt, aus welchem ihre entblößten Schultern und Arme, überwallt von langen goldnen Locken, hervorſahen. Es kam ihm vor, als ginge das Mädchen nach einer Thür, die er jedoch nicht ſehen konnte. Gleichzeitig hörte er den Schlüſſel in einer Thür der Wand, an welcher er ſtand, herumgehen und verſpürte einen Zug friſcher Luft, der durch die geöffnete Thür hereindrang, zugleich mit dem Geräuſch von Tritten, welche die Treppe heraufkamen. An einer Thür, welche von der Treppe in ein Vorzimmer führte ward zwei Mal leiſe angeklopft. Während Dſchalma nach dieſer Seite hin horchte, vernahm er hinter ſich die vorige Stimme: „Das iſt Agricola Baudoin. Sieh und höre.“

Dſchalma zog den Dolch, welchen Faringhea ihm überlaſſen hatte, ſchlich nach der geöffneten Thür, aus welcher ein ſchwacher Lichtſchimmer drang, ſah, wie das Mädchen durch das Vorzimmer nach der Treppenthür eilte und hörte ſie leiſe fragen: „Wer iſt da?“ Von außen antwortete eine kräftige Mannsſtimme: „Ich, Agricola Baudoin.“ Das Mäd⸗ chen ſchob den Riegel zurück, und Agricola trat über die Schwelle der geöffneten Thür.

In demſelben Augenblick ſprang Dſchalma hinzu und ſtreckte beide mit zwei Dolchſtichen nieder.

Das Licht, welches aus dem Zimmer des Mädchens in das Vorgemach gedrungen war, erloſch plötzlich. In der Finſterniß fühlte Dſchalma ſeinen Arm von einer kräftigen Fauſt er⸗ griffen und hörte die Stimme Faringheas: „Du biſt gerächt! Komm! Dein Rückweg iſt geſichert.“

Willenlos ließ ſich Dſchalma in das Zimmer führen, welches zwei Ausgänge hatte.

Als Rodin gejubelt hatte, daß das Wort Halsband ihn auf einen glücklichen Gedanken gebracht habe, war ihm die Herüchtigte Halsbandgeſchichte eingefallen, in welcher eine der Gemahlin Ludwigs XVI. ähnliche Perſon im Halbdunkel die Rolle der Königin geſpielt hatte zur Täuſchung des Kardinals Rohan. Auf dieſe Geſchichte hatte er ſeinen hölliſchen Plan

F gegründet. Durch Dumoulin hatte er die St Colombe be⸗

ſtimmen laſſen, ein großes, ſchönes, rothhaariges Mädchen