gewünſchten Anſtalten getroffen und war dann zu Dſchalma zurückgekehrt, um den oben geſchilderten Auftritt zu ſpielen⸗
Während der Fahrt aus Dſchalmas Wohnung nach der Richelieuſtraße ſchien Faringhea in eine ſchmerzliche Nieder⸗ geſchlagenheit verſunken zu ſein. Plötzlich ſagte er zu ſeinem Begleiter mit dumpfer Stimme: „Herr, wenn ich verrathen bin, muß ich meine Rache haben!“
„Verachtung iſt eine ſchreckliche Rache,“ erwiderte Dſchalma.
„Nein, nein!“ rief der Würger im Ton verhaltenen In⸗ grimms, „das iſt nicht genug Je näher der Augenblick kommt, deſto mehr fühle ich, daß ich Blut haben muß.“
„Höre mich an . . .
„Gnädiger Herr, haben Sie Mitleid mit mir. Ich war feig geweſen, ich war vor meiner Rache zurückgebebt. Jetzt würde ich mich, um ſie zu erlangen, martern laſſen. — — Laſſen Sie mich allein hingehen!“
Bei dieſen Worten machte Faringhea eine Bewegung, als wollte er aus dem Wagen ſpringen. Dſchalma hielt ihn zurück und ſagte „Bleibe! Ich verlaſſe Dich nicht. Wenn Du verrathen biſt, ſollſt Du kein Blut vergießen. Verach⸗ tung ſoll Deine Rache ſein, und die Freundſchaft ſoll Dich tröſten.“
„Nein, nein! gnädiger Herr. Ich bin entſchloſſen. Wenn ich getödtet habe, dann tödte ich mich ſelber. Für die Ver⸗ räther iſt dieſer Handſchar beſtimmt, für mich das in ſeinem Griff verborgene Gift!“
„Faringhea . . . . “
„Gnädiger Herr, verzeihen Sie, daß ich nicht auf Sie höre. Mein Geſchick muß in Erfüllung gehen.“
Dſchalma gab die Hoffnung auf, die wilde Wuth des Me⸗ ſtizen durch Zureden zu beſchwichtigen. Er beſchloß Liſt an⸗ zuwenden. Nach einigen Minuten des Schweigens ſagte er: „Faringhea, ich verlaſſe Dich nicht. Ich werde alles thun, um Dich von einem Verbrechen abzuhalten. Gelingt es mir nicht, hörſt Du nicht auf meine Stimme, ſo komme das ver⸗
goſſene Blut über Dich, und nie mehr ſoll meine Hand die Deinige berühren.“
Dieſe Worte ſchienen auf den Würger einen großen Ein⸗
druck zu machen. Er ſtieß einen tiefen Seufzer aus, ließ


